Der Glaube auf dem Spielfeld

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

Das Runde muss ins Eckige. Allein darum geht es in den kommenden Wochen bei der Europameisterschaft, die am vergangenen Freitag begonnen hat.

In unserer deutschen Elf dieses Mal leider nicht mehr dabei ist Jérôme Boateng, der als Sohn einer deutschen Mutter und eines afrikanischen Vaters vor der letzten EM eine Welle der Sympathie erleben durfte. AfD-Politiker Alexander Gauland hatte zuvor in einem Interview erklärt: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Als Boateng dann im Auftaktspiel gegen die Ukraine mit einer artistischen Einlage das Spiel rettete, meinte Bundestrainer Joachim Löw: „Es ist gut, wenn man einen Jérôme als Nachbarn hat in der Abwehr“. Und auf den Zuschauerrängen berührte mich das Plakat eines kleinen Buben mit der Aufschrift „Jérôme, zieh neben uns ein!“

Beim Fußball geht es rein um Sport, das Endresultat ist aber immer ein Mannschaftsergebnis. Das macht für mich auch den besonderen Reiz aus. Unser Leben ist auch ein „Mannschaftsspiel“ und das „Spielfeld unserer Erde“ gehört allen Menschen der verschiedensten Hautfarben.

Auch in unserem persönlichen Leben müssen wir uns auf verschiedenen Positionen die Bälle zuspielen, ein paar Regeln beachten, manchmal eine Niederlage akzeptieren und bei aller Begeisterung erkennen, dass es Dinge gibt, die vielleicht noch wichtiger sind. Oder um es mit den Worten von Jürgen Klopp zu sagen: „Der Glaube führt mich durchs Leben, er ist Reißleine und meine Leitlinie. Ich habe erkannt, dass da jemand da ist, auf den ich mich verlassen kann.“

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