Ein Bündel an Forderungen

von Redaktion

Die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig und Landrat Otto Lederer wollen den Kreistag und die vom Brenner-Nordzulauf betroffenen Gemeinden bewegen, ihre Wünsche für den Planungsfortgang in einer Resolution zu artikulieren. Das Papier soll Signalwirkung haben.

Rosenheim – Es war ein länger andauernder Prozess mit einer Reihe von Gesprächen vor Ort, die die Abgeordnete und der Landrat in jüngster Zeit führten. An dessen Ende steht ein Paket mit Forderungen, die der Politik abgerungen werden sollen. Für Ludwig ist entscheidend, eine möglichst große Einigkeit in der Region zu erzielen, damit die Resolution die erhoffte „Signalwirkung“ entfaltet. Ein Anfang ist gemacht. Dieser Tage stellte sich bereits der Riederinger Gemeinderat hinter das Papier, der Kreistag befasst sich am Mittwoch, 23. Juni, mit dem Thema.

„Wir wollen die Interessen bündeln, ehe der Vorplaner die Arbeit aufnimmt“, sagt Ludwig. Dies dürfte im September oder Oktober der Fall sein.

Was die Abgeordnete positiv stimmt, ist die große Einhelligkeit in den Gemeinden, die sie in den Vorgesprächen erkannt hat. Die Bürgermeister der Kommunen, die an der sogenannten violetten Trasse liegen, hätten ein „sehr konstruktives Verhalten“ gezeigt.

Wenn die zuständigen Gremien vor Ort das Papier mittragen, möchte es Ludwig Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer überreichen und darauf dringen, dass die Forderungen im weiteren Verlauf des Planungsverfahrens berücksichtig werden. „Da steht noch ein hartes Stück Arbeit an“, prophezeit die Parlamentarierin. Dennoch ist sie über das bisher Erreichte sehr froh. „Wir haben bereits jetzt einen Tunnelanteil für das Projekt, der einzigartig in ganz Deutschland ist.“

Landrat Otto Lederer erinnert in einer Stellungnahme daran, dass nach wie vor viele Gemeinden und Menschen in der Region von den Planungen „massiv betroffen“ seien und es noch „deutlichen Verbesserungsbedarf“ gebe. Ziel müsse sein, die „bestmögliche und raumverträglichste Lösung“ zu erzielen. „Es ist wichtig, dies frühzeitig zu kommunizieren sowie klar und deutlich zu äußern, was wir wollen.“ Lederer hofft darauf, dass sich der Kreistag geschlossen zu der Resolution bekennt und der Landkreis weiterhin mit einer Stimme spricht, egal ob es eine persönliche Betroffenheit gebe oder nicht. „Wenn wir alle an einem Strang ziehen, ist dies ein starkes Signal an die Deutsche Bahn und den Bund, unsere Forderungen ernst zu nehmen und uns auf Augenhöhe in die Planungen einzubeziehen“, so der Rosenheimer Landrat.

Inn-Unterquerung und Verschiebung der Verknüpfungsstelle Ostermünchen

Neubaustrecke:

Die erste Kernforderung, die die Resolution enthält, ist der eindeutige Bedarfsnachweis für zusätzliche Gleise auf einer neuen Trasse. „Ohne Bedarf keine Neubaustrecke!“, heißt es in dem Papier.

Weitere Punkte sind:

•Inn-Unterquerung nördlich von Rosenheim.

•Durchgängig unterirdische Schienenführung im Bereich zwischen Riedering und Rohrdorf (Untervariante V 2).

•Verschiebung der Verknüpfungsstelle Ostermünchen nach Norden mit Erhalt des Bahnhofs Ostermünchen. Verschiebung der Verknüpfungsstelle Niederaudorf nach Westen in den Bereich des Wildbarrens.

•Weitestgehend unterirdische Streckenplanung nördlich von Rosenheim. Insbesondere unterirdische Querungen von bestehenden Bahntrassen, Bundes- oder Staatsstraßen sowie Gewässern.

Bestandsstrecke:

•Lärmsanierung nach Neubaustandard.

•Einführung des Halbstundentaktes im Schienenpersonennahverkehr auf den Strecken München-Salzburg und München-Kufstein sowie Ausbau des Angebots im Schienenpersonenfernverkehr.

•Zügiger barrierefreier Ausbau aller Bahnhöfe und Haltestellen im Landkreis Rosenheim.tt

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