Bad Aibling – Rund 200 Personen sind am Samstag zu einer Kundgebung gegen die Corona-Beschränkungen an Schulen bei der Bad Aiblinger Ausstellungshalle zusammengekommen. Aufgerufen hatten die Corona-Mahnwachen und Stammtische aus Miesbach, Rosenheim, Bad Aibling und Bad Feilnbach. Obgleich die Kundgebung vor allem auf die Situation von Kindern durch die Corona-Beschränkungen aufmerksam machen sollte, glich der Tenor der Redner jenem, der auch bei anderen Protesten gegen Corona-Beschränkungen zu hören ist: Die Einschränkungen des Staates seien wirkungslos und verursachten mehr Schaden als Nutzen.
Nur Erkrankte
stecken an
Diese Meinung vertrat auch der emeritierte Medizin-Professor Edmund Lengfelder, der am Samstag ebenso in Bad Aibling zugegen war. „Das, was uns über dieses Virus erzählt wird und über die notwendigen Schutzmaßnahmen entspricht einfach nicht der Wahrheit“, behauptete er. Zudem vertrat er die These, nur jene Menschen, bei denen das Coronavirus tatsächlich zu Symptomen führe, seien ansteckend. Ebenso stellte er die Aussagekraft von PCR-Tests infrage und die Zahl der Todesopfer, die anhand dieser bestimmt werden. Wer binnen 28 Tagen nach einem positiven Test versterbe, gelte als Corona-Toter. „Das ist einfach falsch, das ist völliger Unsinn“, kritisierte der Mediziner, der sich während seiner Forschungen vorwiegend mit der Wirkung von radioaktiver Strahlung beschäftigt hat. Auch im Blick auf die jüngsten Lockdowns sei er sich von Beginn an sicher gewesen, dass ein solches Vorgehen nicht funktioniere. „Aber die Idee hatte sich in den Köpfen der Welt verfestigt.“ Er deklarierte alles, was die Regierung über das Coronavirus und die Beschränkungen bekannt gebe zur Lüge.
Es werde mit geschickt gewählten Andeutungen und Halbwahrheiten gearbeitet. Dies habe zu einer Situation geführt, an der sich Deutschlands Bevölkerung heute befinde: „An der Pforte zu einer sehr bösen Zeit.“ Auch wenn Lengfelder mit seinen Thesen beim Publikum auf Zustimmung stieß: Was genau er mit dieser zweifach erwähnten „bösen Zeit“ meinte, ließ er offen. Dafür schalt er die Angewohnheiten des derzeitigen Wissenschaftsbetriebs. „Mir sind alle Höhen und Tiefen und auch alle Formen von Schweinerei und Korruption, die auf Wissenschaftler einwirken, nicht unbekannt“, suchte er zu verdeutlichen, dass die Forschung und Lehre nicht länger frei seien. Lengfelder bewegt sich mit seinen Auffassungen auch jenseits seines Fachgebiets. Unter anderem leugnet er den menschengemachten Klimawandel.
Psychische Schäden
bei Kindern
Neben dem Mediziner sprachen selbstredend auch andere während der Kundgebung. Darunter der Kampfsportschulbetreiber Nico Kornhass aus Bruckmühl, der Anfang des Jahres in die Schlagzeilen geriet, als er seine Studios trotz Verbots wieder öffnete. Kornhass monierte, dass er Geldbußen erhalten habe, da er seine Kinder während der Maskenpflicht nicht zur Schule schicke. Er berichtete von Kindern mit psychischen Problemen in seinen Kursen. In diesem Zusammenhang erwähnte er lediglich, dass sich die Kinder nicht mehr trauten, die Masken abzunehmen, obgleich dies möglich sei.
Auch wenn die Veranstalter die Zahl der angemeldeten Teilnehmer weit unterschritten, zeigten sich diese zufrieden mit der Resonanz auf die Kundgebung. Es lohne sich immer, auch weil stets neue Menschen zu den Kundgebungen stießen. Bis zum Herbst sei keine weitere gemeinsame Veranstaltung geplant.