Entspannte Lage, nur wenige Fälle

von Redaktion

Corona-Entwicklung Rückgang in der Region – Anstieg bei Covid-19-Todeszahlen

Die Corona-Impfquoten für die Region, Bayern und Deutschland. Klinger

Rosenheim – Das Coronavirus befindet sich in der Region Rosenheim auf dem Rückzug, spielt mit nur 20 Neumeldungen (Vorwoche 45) binnen einer Woche kaum mehr eine Rolle. Neben Einzelfällen lag das Augenmerk dieser Tage auf zwei Schulen: mit dem Corona-Ausbruch auf Schloss Neubeuern, der weitere Fälle nach sich zog, und Meldungen aus der Berufsschule II Rosenheim.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell (Stand 25. Juni, 0 Uhr) für die Stadt Rosenheim bei 4,72 (Vorwoche 7,87), für den Landkreis bei 6,51 (Vorwoche 15,31).

Hochzufrieden mit der aktuellen Entwicklung ist der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, Dr. Wolfgang Hierl: „Das Infektionsgeschehen befindet sich weiterhin in einem stabilen und schnellen Abwärtstrend. Seit dem letzten Wochenbericht lagen die täglich gemeldeten Fallzahlen im einstelligen Bereich.“

24 Meldungen von
Schloss Neubeuern

Für Aufsehen hatte der Corona-Ausbruch im Internat Schloss Neubeuern gesorgt (wir berichteten) mit nun insgesamt 24 Positiv-Fällen – wobei die Behörde die Gesamtzahl zuletzt um einen Fall korrigieren musste. Sorge bereiten im Fall Neubeuern die jüngsten Labormeldungen von zwei Befunden mit dem Nachweis der Delta- (indischen) Variante (B.1.617.2; wir berichteten). Das Gesundheitsamt geht aufgrund der konkreten Anhaltspunkte für ein Übertragungsgeschehen aufgrund der speziellen Kontaktsituation eines Schülerinternats, insbesondere aber auch wegen eines Fußballturniers, von einem Ausbruchsgeschehen mit der Delta-Variante aus. „Das Turnier fand unmittelbar vor der Laborbestätigung der ersten Fälle statt, somit ist nach dem Stand der Wissenschaft davon auszugehen, dass bei diesen Fällen bereits Infektiosität bestand“, so Hierl. Der Behörde zufolge ist alles Notwendige veranlasst, „es gibt derzeit keinen Grund zur Besorgnis, dass sich das Virus weiter ausbreiten könnte“.

Hierl ergänzt aber: „Das Ausbruchsereignis zeigt uns eindrücklich, welches Ausbreitungspotenzial die Delta-Variante in der Gesellschaft hat. Nach Aussagen von Prof. Drosten zeigen Daten aus Großbritannien, dass zu Beginn der Ausbreitung im Mai vor allem Schulsettings betroffen waren. Im Anschluss folgten Übertragungen in der Altersgruppe der jüngeren Erwachsenen in den Bereichen Freizeit und Gastronomie.“ Was Hierl Sorge bereitet: „Vorläufige Ergebnisse aus Großbritannien weisen aber auf eine höhere Übertragbarkeit von Delta im Vergleich zu Alpha hin und Infektionen mit Delta könnten zu schwereren Krankheitsverläufen führen.“ Er mahnt deshalb weiterhin, die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten.

Infektionsübertragungen ereignen sich der Behörde zufolge weiter überwiegend im privaten Umfeld (61 Prozent). Als Lichtblick sieht das Gesundheitsamt, dass seit Langem kaum mehr Infektionen bei Bewohnern von Heimen auftreten. So wurde lediglich ein Fall eines positiv getesteten Mitarbeiters in einem Heim gemeldet. Etwa 17 Prozent machten Infektionsübertragungen in Schulen und Kitas aus. Neben Schloss Neubeuern war zuletzt die Berufsschule II Rosenheim mit zwei Neumeldungen betroffen.

Impfquote bei
30,2 Prozent

Die Impfquote steigt in der Region Rosenheim weiter an. Stand 25. Juni sind in Stadt und Landkreis 144178 Bürger erstgeimpft (44,38 Prozent) und 98020 zweitgeimpft (30,17 Prozent). Nach wie vor liegt die Region hinter dem bayern- und deutschlandweiten Schnitt zurück. Bayern: 50 und 33,8 Prozent; Deutschland: 52,9 und 34,1 Prozent.

Im gemeinsamen Impfzentrum von Stadt und Landkreis wird am Samstag, 3. Juli, erneut ein Sonderimpftag angeboten (siehe Infobox). Zusätzlich zu den insgesamt 1400 Dosen „Vaxzevria“ erhält das Rosenheimer Impfzentrum noch jeweils 1700 Dosen Moderna für Erst- und Zweitimpfungen. Diese werden regulär über das Impfzentrum ausgegeben.

Die aktuelle Fallzahlenentwicklung: Mit den 20 Neumeldungen diese Woche ist die Gesamtzahl der Fälle von Covid-19 auf 17846 angestiegen (Landkreis: 13912, Stadt: 3934). Der Anteil der Fälle seit 1. Juni bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter zwischen 15 und 34 Jahren beträgt mit 45 Prozent fast die Hälfte.

528 Personen (+6 gegenüber der Vorwoche) sind an der Erkrankung verstorben (Landkreis: 461, Stadt: 67). Laut Gesundheitsamt waren drei Personen über oder gleich 80 Jahre und drei zwischen 60 und 80 Jahre alt. Zwei dieser Verstorbenen waren in einem Heim betreut worden. Seit 1. Mai sind 14 Personen verstorben. Ihr durchschnittliches Alter lag laut der Behörde bei 79,8 Jahren, männliche und weibliche Personen waren je zur Hälfte betroffen. Bei zehn der Verstorbenen sei die Haupttodesursache die Covid-19-Erkrankung gewesen, bei den restlichen seien andere Ursachen bestimmend gewesen. Von den 14 Personen waren zwölf laut Gesundheitsamt nicht und zwei nur einmal mit einem mRNA-Impfstoff geimpft.

Bislang wurden dem Gesundheitsamt 3069 Fälle einer bestätigten besorgniserregenden Variante gemeldet; im Juni bislang 77,9 Prozent aller positiven PCR-Befunde. Binnen einer Woche kamen 16 Fälle der Alpha-, drei Fälle der Gamma- und drei Fälle der Delta-Variante hinzu.

Zur Lage in den Kliniken: 44 Covid-19-Patienten (Vorwoche 43) werden aktuell in Stadt und Landkreis stationär behandelt. Hiervon befinden sich, davon sieben (Vorwoche 9) auf der Intensivstation.

Astrazeneca-Sonderimpftag am 3. Juli

Am Samstag, 3. Juli, findet im gemeinsamen Impfzentrum von Stadt und Landkreis Rosenheim eine weitere Sonderimpfaktion mit Astrazeneca statt. Möglich wird das durch eine neuerliche Sonderzuteilung des Impfstoffs durch das bayerische Gesundheitsministerium. Die 700 Impfdosen sind für Erstimpfungen vorgesehen. Laut Empfehlung des Robert-Koch-Instituts und der Ständigen Impfkommission soll Astrazeneca vornehmlich an Menschen über 60 Jahre verimpft werden. Bei Aufklärung durch einen Arzt über mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen, insbesondere bei Frauen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren, kann Astrazeneca aber auch an unter 60-Jährige abgegeben werden. Anmeldungen für die Sonderimpfaktion am 3. Juli sind ab sofort und ausschließlich online unter https://rosenheim.impfzentrum.bayern möglich. Das Impfzentrum ist am Samstag, 3. Juli, 8 bis 17 Uhr, geöffnet. Für die erforderliche Zweitimpfung am Samstag, 25. September, steht die gleiche Anzahl an Impfdosen bereit. Daher müssen alle Impfwilligen in die Erst- und die Zweitimpfung mit Astrazeneca einwilligen.

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