Rosenheim – Während der Landkreis Rosenheim schon in den vergangenen Tagen das ein oder andere Unwetter erlebte, blieb die Stadt hiervon weitestgehend verschont. Dieses Bild drehte sich am Donnerstagabend, als eine Unwetterfront Starkregen und Hagel über die Stadt niedergehen ließ, während der Kreis weitestgehend verschont blieb. Zumindest kann Kreisbrandinspektor Stephan Hangl in Vertretung des Kreisbrandrats Richard Schrank keine größeren Einsatzgeschehen vermelden. Für die Rosenheimer Brandbekämpfer hingegen sei die gestrige Lage keine Routine gewesen, berichtet Stadtbrandmeister Hans Meyerl. „Wir sind die letzten Tage von Umweltereignissen verschont geblieben, aber gestern war es so weit.“ In Rosenheim waren 80 Mann der Hauptfeuerwache im Einsatz, ebenso weitere Kräfte der Feuerwehren Pang und Westerndorf/St. Peter. Das vor allem, weil vielen Kellern ein Wassereinbruch drohte. „Das konnten wir in allen Fällen rechtzeitig verhindern“, berichtet Meyrl. Probleme in dieser Sache verzeichnete er lediglich beim gemeinsamen Impfzentrum von Stadt und Landkreis Rosenheim. Dort hätten Hagelkörner die Wasserabläufe blockiert, und das Wasser habe sich infolge seinen Weg in die Inntalhalle gebahnt. Nach einer Stunde hätten die Feuerwehrkräfte die Situation jedoch auflösen können. Ebenso berichtet Meyerl über geflutete Straßen. Ärgerlich für ihn: Viele Autofahrer hätten ihr Fahrverhalten den Verhältnissen nicht angepasst und somit sehenden Auges Unfälle riskiert, zu denen es aber schlussendlich nicht gekommen sei. Auch die Hagelflieger des Vereins Hagelabwehr Rosenheim waren am Donnerstag unterwegs: Im Bereich Rosenheim trafen sie auf eine Gewitterformation, die sich aufbaute. Die Zelle hätten die Hagelflieger jedoch nur noch eingeschränkt mit Silberjodid bekämpfen können, da bereits ein Generator leer geflogen war. Zudem durchschlugen Eisklumpen die Abdeckung der Landescheinwerfer. Im Blick auf die entstandenen Schäden der bisherigen Unwetter für die heimische Wirtschaft haben sich die Freien Wähler Rosenheim – namentlich Sepp Hofer und Sepp Lausch – an Bayerns Finanzminister Albert Füracker gewandt. Dieser soll bei Härtefällen zumindest eine Steuerstundung in Betracht ziehen.jek