Bernau – Ein betrunkener Autofahrer löste in der Nacht auf Samstag auf der A8 in Richtung München einen folgenschweren Verkehrsunfall aus. Die traurige Bilanz: zwei schwer verletzte Personen und rund 75000 Euro Schaden.
Nach Angaben der Polizei fuhr ein 31-jähriger Fahrzeuglenker aus dem Landkreis Rosenheim gegen 2 Uhr morgens mit seinem Audi an der Anschlussstelle Felden auf die Autobahn und wechselte unvermittelt auf den linken der beiden Fahrstreifen. Da zu diesem Zeitpunkt Mäharbeiten stattfanden, sperrte ein Warnanhänger die linke Spur. Vorwarnungen, die auf die Arbeitsstelle hinwiesen, hatte der Mann laut Polizei offenbar nicht bemerkt.
Der Audi-Fahrer versuchte noch nach rechts auszuweichen, touchierte dabei aber nicht nur den Anhänger, sondern auch das Pkw-Anhängergespann eines Urlaubsreisenden, der sich zu diesem Zeitpunkt auf dem rechten Fahrstreifen befand.
Dessen Fahrer, ein 60-jähriger Mann aus Baden-Württemberg, verlor durch den seitlichen Anstoß die Kontrolle über das Gespann und geriet dabei so stark ins Schleudern, dass er den Zusammenstoß mit einem der Mähfahrzeuge nicht mehr verhindern konnte. Zudem löste sich das auf dem Anhänger geladene Sportboot von seinen Sicherungen, fiel herab und blieb letztendlich im Grünstreifen neben der Autobahn liegen.
Durch das Unfallgeschehen wurden sowohl der Audi-Fahrer als auch dessen 46-jährige Beifahrerin schwer verletzt. Beide mussten zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser eingeliefert werden. Die weiteren Unfallbeteiligten blieben unverletzt.
Im Gespräch zum Unfallhergang nahmen die Polizeibeamten beim Verursacher deutlichen Alkoholgeruch wahr. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert, der laut Polizei deutlich über der Grenze zur absoluten Fahruntauglichkeit (1,1 Promille) liegt. Demzufolge wurde bei dem Mann eine Blutentnahme durchgeführt. Seinen Führerschein musste der 31-Jährige abgeben. Der Verkehrssünder hat nun mit einer hohen Geldstrafe und einem langen Fahrerlaubnisentzug zu rechnen. Möglicherweise wird er sich auch einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung unterziehen müssen, bevor er seinen Führerschein zurückerhält.
An den Fahrzeugen, den Gerätschaften und baulichen Einrichtungen der Autobahn entstand ein Schaden, der derzeit auf rund 75000 Euro geschätzt wird.
Da sich das Trümmerfeld über die gesamte Richtungsfahrbahn München erstreckte, musste diese voll gesperrt werden. Bei der Absicherung der Unfallstelle und den nachfolgenden Aufräumarbeiten leisteten die Feuerwehren aus Prien und Bernau, die mit insgesamt sechs Fahrzeugen und 25 Mann/Frau vor Ort waren, tatkräftige Unterstützung.
Die teilweise Sperre der Fahrbahn erstreckte sich über vier Stunden, sodass die Autobahn erst wieder gegen 6 Uhr uneingeschränkt befahrbar war. Weitere Details nannte die Polizei nicht.