Corona-Abschlussjahrgang hofft auf ein Stück Normalität

von Redaktion

Am Freitag gibt es Abizeugnisse im Raum Rosenheim: So planen Schulleiter die Feierlichkeiten und die Absolventen ihre Zukunft

Rosenheim – Die Prüfungen sind geschrieben, die Klausuren korrigiert. Am Freitag übergeben die Schulleiter in der Region Rosenheim ihren Abiturienten die Zeugnisse. Trotz niedrigen Inzidenzen sind die Feierlichkeiten eingeschränkt. Und auch ihre Zukunftspläne mussten viele Schüler aufgrund der Pandemie ändern. Ein Blick in die Region.

Der Tag der Abiturzeugnisverleihung steht für ein Ende und einen Anfang zugleich. Das weiß auch Corina Eder (18). Sie hat ihr Abitur am Karolinen-Gymnasium gemacht. Und einen Plan für die Zukunft hat sie auch schon.

In ein paar Wochen fliegt sie nach Spanien, um sich dort ein Jahr lang um die Kinder eines Paares zu kümmern. Daran ändern auch die steigenden Inzidenzen in Spanien nichts. „Es ist schon alles organisiert. Und vor allem ist die Familie darauf angewiesen, dass jemand kommt und auf die Kinder aufpasst“, sagt sie.

Während sie ihre Pläne verwirklicht, sei die Situation bei vielen ihrer Freunde anders. Einige hätten studieren wollen, entschieden sich jetzt aber für ein Jahr Pause. Hauptsächlich wegen Geldproblemen.

Studium mit
Kellnern finanziert

Viele wollten nebenbei kellnern, um sich ihr Studium zu finanzieren. Da aber unsicher sei, ob die Gastronomie das ganze Jahr geöffnet bleibe, hätten sie sich gegen ein Studium entschieden. „Und die Leute wollen ihr Studentenleben auch genießen, mit Partys und so. Aber das fällt ja jetzt auch weg“, sagt sie.

Was aber auf alle Fälle stattfinden wird, sind die Abiturzeugnisverleihungen. Viele Schulleiter im Landkreis haben für den Tag zwei Pläne vorbereitet: einen für schlechtes Wetter und einen für schönes. Im Gymnasium Bruckmühl muss bei Regen die Turnhalle herhalten. Bei Sonnenschein gibt es die Zeugnisse im Innenhof, jede Familie soll eine Bierbank bekommen. „Am Donnerstag müssen wir uns entscheiden“, sagt Walter Baier, Rektor und Vorsitzender der Vereinigung der Direktorinnen und Direktoren der bayerischen Gymnasien. „Kurzfristig umziehen geht nicht.“

Im Ludwig-Thoma-Gymnasium in Prien könnte es am Freitag regnen oder stürmen, den Abiturienten und deren Familien wäre es egal. Sie werden trocken im König-Ludwig-Saal sitzen, der ein paar Meter von der Schule entfernt ist. Der Saal sei rund 550 Quadratmeter groß, deshalb dürften alle 90 Abiturienten zwei Familienmitglieder mitbringen, rechnet Schulleiter Andreas Schaller vor. Er findet es wichtig, dass auch Eltern bei der Feier dabei sein können. „Für sie ist es auch ein großer Tag“, sagt er. „Sie haben viele Jahre mit ihren Kindern mitgefiebert.“ Das kann Markus Schwankl nur bestätigen. Er ist Mitglied im Elternbeirat des Raublinger Gymnasiums. Seine Tochter hat heuer dort Abitur gemacht. Schwankl hofft auf gutes Wetter an dem besonderen Tag.

Endlich wieder Musikbeiträge

Besonders wird der Tag auch im Wasserburger Luitpold-Gymnasium. Rektorin Verena Grillhösl verabschiedet ihre 68 Abiturienten in der neuen Aula. „Es ist die erste offizielle Veranstaltung dort. Der Landrat wird die Jahrgangsbesten ehren“, berichtet sie. Einer der Höhepunkte werden die Musikbeiträge der Schüler sein. Denn im vergangenen Jahr waren diese nicht erlaubt.

Auch im Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium in Rosenheim wird es am Freitag Musik geben. Schulleiterin Brigitte Würth plant zwei „würdige Feiern“, einmal vormittags und einmal nachmittags. Stattfinden sollen beide in der Sporthalle. Dr. Marko Hunger, Rektor der FOS/BOS Rosenheim, und seine Lehrer übergeben ihren Schülern die Zeugnisse nicht zu verschiedenen Zeiten, sondern an verschiedenen Orten. Denn für 600 Absolventen hat Hunger in diesem Jahr keinen ausreichend großen Saal gefunden. Am 23. Juli bekommen die Schüler die Zertifikate von ihren Klassenleitern in den Klassenzimmern. Wer einen Schnitt von 1,5 oder besser hat, wird in einer separaten Feier geehrt – draußen auf dem Schulgelände oder in der Aula.

Und auch wenn dieses Jahr noch vieles anders ist als sonst: Der wichtigste Tag im Leben eines Abiturienten soll gebührend gefeiert werden. Schließlich ist er Anfang und Ende zugleich. Alexandra Schöne

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