Die Möglichkeit für einen neuen Weg

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

Man kann einfach nicht immer und mit jedem Menschen. Machen wir uns da nichts vor. Mich tröstet der spontane Ausspruch von Pfarrer Elmar Gruber, als er eines Tages auf seinen Bruder sehr wütend war: „Lieber Gott, hab Du ihn heute lieb. Ich kann gerade nicht.“ Das finde ich deshalb so schön, weil er seinen momentanen Groll damit in die Hände Gottes legt und Liebe und Gemeinschaft am nächsten Tag dann vielleicht wieder möglich sind.

Manchmal trennen uns von anderen Menschen aber unterschiedliche Überzeugungen und Standpunkte, die nicht zu überbrücken sind. Dazu kommen alte Verletzungen, die uns dünnhäutig und vorsichtig werden lassen. Und doch gibt es zumindest grundsätzlich die Möglichkeit, dass ein Mensch sich ändern und für diesen auch ein ganz neuer Weg beginnen kann.

Mich berührt in der Apostelgeschichte der Bibel wie der sterbende Stephanus seinen Mördern vergibt und „den Himmel offen“ sieht. Saulus, der damals unter den Spöttern und Verfolgern war, hat das von diesem Tag an vermutlich tief in seinem Herzen getragen.

Ich bin der Überzeugung, dass die Worte des Stephanus zum Nährboden geworden sind für die eigene Begegnung mit Gott, die ihn später fast wie ein Überfall erreicht. Aus Saulus wird Paulus. Er trägt nun einen anderen Namen, denn die Liebe gibt ihm eine neue Identität.

Papst Franziskus meinte vor Kurzem: „Liebe kann die Welt verändern, aber zuerst verändert sie uns selbst.“ Das ist sicher gar nicht so einfach. Aber dafür kann man jeden Tag neu damit beginnen – und das auch anderen Menschen zugestehen.

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