Rosenheim – Am Sonntag ist es in einem Zug zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen gekommen. Aufgrund der Konfrontation wurde die Bundespolizei zum Rosenheimer Bahnhof gerufen. Dort fanden die Beamten mehrere Jugendliche und einen Erwachsenen vor, die sich gegenseitig vorwarfen, geschlagen, geschubst, bespuckt oder beleidigt worden zu sein.
Nach vorliegenden Erkenntnissen ging der tätlichen Auseinandersetzung ein Streit zwischen mindestens zwei jugendlichen Fahrgästen nach Mitternacht zwischen München und Rosenheim voraus. Im weiteren Verlauf soll der 16-Jährige die 17-jährige Kontrahentin bespuckt und geschlagen haben. Der mutmaßliche Schläger gab seinerseits an, in ein Handgemenge verwickelt worden zu sein und sich lediglich verteidigt zu haben. Beide waren jeweils in Begleitung von Bekannten, die, wie sie selbst, aus dem Raum Rosenheim kommen.
Ein Rosenheimer (46) wollte eigenen Angaben zufolge schlichten. Er mischte sich in den Streit ein und drängte die 17-Jährige ab. Dabei fiel diese im Abteil offenbar den Treppenabgang der Waggon-Türe hinab. Ein Atemalkoholtest ergab bei der Gestürzten, die über Schmerzen klagte, laut Polizei einen Wert von umgerechnet knapp zwei Promille. Die Betrunkene wurde von den Beamten in Gewahrsam genommen und gegen 2 Uhr von ihrer Mutter abgeholt.
Mithilfe von Videos, die Zeugen angefertigt hatten, wollen die Ermittler die näheren Umstände klären. Eine erste Auswertung lässt laut Polizei den Schluss zu, dass weitere Personen an der Auseinandersetzung beteiligt waren. Noch während die Beamten die Personalien von Beteiligten und Zeugen aufnahmen, wurden sie von zwei 20-jährigen Passanten lautstark beschimpft. Gegen sie wird nun wegen Beleidigung ermittelt.