Rosenheim – Der Kinderschutzbund Rosenheim ist innerhalb der Stadt umgezogen und hat in den neuen Räumen einen Familientreffpunkt gestaltet. Dort sollen Kinder noch besser spielerisch ihre eigenen Fähigkeiten entdecken können. Ein Besuch vor Ort.
Marianne Guggenbichler legt bunte Plastikdreiecke auf einen Tisch mit Plexiglasoberfläche und verteilt sie. Sie schaltet per Knopfdruck die Lichterkette ein, die unter der Scheibe angebracht ist. Erst leuchtet sie rosa, dann gelblich und anschließend in einem satten Lila. „Das finden die Kinder natürlich total faszinierend“, sagt die Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes.
Räume voller
Spielzeug
Der Tisch, der seine Farbe wechseln kann, ist nicht das einzige aufregende Spielzeug im neuen Familienzentrum in der Herbststraße in Rosenheim. Für die Kinder gibt es auch eine Höhle aus Holz zum Verstecken, eine Spielküche sowie Schränke voller Bälle und Bauernhoftiere aus Holz. An den Wänden hängen Gemälde mit bunten Engeln.
Alle Spielutensilien sind so platziert, dass Kinder unter drei Jahren sie problemlos erreichen können. „Wir wollen den Kindern den Raum geben, selbst zu entdecken und frei spielen zu können“, sagt Guggenbichler. „Es lädt sie zum Experimentieren ein.“ Die Eltern sollen „eher beobachten und sich zurücknehmen“ – mehr als im alten Mütter-Väter-Zentrum in der Färberstraße.
Dieses sei – vor der Corona-Pandemie – immer sehr voll gewesen. 16 bis 18 Elternteile mit ein oder zwei Kindern habe sie oft gezählt, sagt die Geschäftsführerin. Deshalb habe man sich entschlossen, in den neuen Räumen des Kinderschutzbundes mehr Platz für einen Familientreffpunkt zu reservieren. 8000 Euro hat das Projekt den Verein des Kinderschutzbundes gekostet.
Der Treff hat bisher an zwei Tagen in der Woche geöffnet. Immer vormittags kommen Kinder – wegen der Pandemie in festen Gruppen. Normalerweise ist die Anzahl unbegrenzt, und die Familien müssen sich nicht anmelden. Nach den Sommerferien können sie den Treffpunkt dienstags, mittwochs und donnerstags besuchen. Auch Nachmittagsgruppen soll es geben, sagt Barbara Heuel, Guggenbichlers Stellvertreterin. „Die Nachfrage ist groß.“
Das Motto ist
„Tapetenwechsel“
Die beiden haben den neuen Treffpunkt unter dem Motto „Tapetenwechsel“ eröffnet. Das Ziel: Eltern und Kinder während der Pandemie aus den eigenen vier Wänden rausholen, ihnen Abwechslung bieten. Das Konzept sehe vor, dass eine Fachkraft mit den Eltern und Kindern im Raum ist und bei Bedarf hilft. Der Austausch zwischen Müttern und Vätern selbst stehe jedoch im Vordergrund.
Im Herbst und im kommenden Jahr planen Barbara Heuel, Marianne Guggenbichler und ihre Mitarbeiter, den an das Gebäude angrenzenden Garten für die Kinder umzugestalten. Sie wollen eine Matschküche und einen Sandkasten aufstellen.
Außerdem sollen Gärtner neue Büsche und Blumen pflanzen und einen Zaunschutz anbringen – alles, damit nicht nur die Innenräume eine Oase für die Kinder und ihre Eltern sind.