„Der Schaden ist enorm“

von Redaktion

Landwirte bauen bei den Aufräumarbeiten in Götting auf Hilfe aus dem Landkreis

Bruckmühl Keller auspumpen, Schäden inspizieren und den angesammelten Dreck von den Feldern bringen: Im durch das Unwetter schwer getroffenen Mangfalltal gibt es nach der Überflutung viel Arbeit. Gerade die Bauern aus Götting (Marktgemeinde Bruckmühl) blicken mit Sorge auf ihre verwüsteten Höfe und wissen noch nicht, wie es weiter gehen soll. Ein Lichtblick: Sie werden nicht allein gelassen. Um die überschwemmten Gebäude vom Schlamm zu befreien, erhalten die Landwirte Unterstützung von vielen freiwilligen Helfern aus dem gesamten Landkreis.

Unterstützung nach
dem Unwetter

„Von überall kommen Verwandte und Bekannte, um mit uns aufzuräumen“, freut sich Maria Limmer, Landwirtin aus Götting. In dem Ort ist kaum ein Haus von den Wassermassen verschont geblieben. Die dringend benötigte Unterstützung ist daher laut Limmer mehr als willkommen, um in erster Linie die Wohnhäuser und Höfe wieder instand zu setzen.

Denn auf den Feldern rund um den Ort reicht es derzeit gerade einmal für eine erste Bestandsaufnahme nach dem Unwetter von Montagabend, wie Landwirt Hans Görgmayer berichtet: „Da kommt jeden Tag etwas Neues, was wir entdecken und säubern müssen. Da aber noch immer alles nass ist, wissen wir noch gar nicht, mit welchen Geräten wir da anrücken müssen.“

Fest steht allerdings, dass der komplette Ertrag nicht mehr zu gebrauchen sein wird und auch nicht als Futter für die Tiere dienen kann. Denn der Schlamm von teilweise 50 Zentimetern Höhe hat sich laut den Göttinger Landwirten so sehr festgesetzt, dass man von einem Totalausfall ausgehen muss.

Fraglich ist dabei noch, inwieweit dieser Ausfall entschädigt werden kann. Laut Stefan Meitinger, zuständig für Agrar- und Umweltpolitik beim Bayerischen Bauernverband, haben die meisten Landwirte nur eine Hagelversicherung, die die Schäden einer Überschwemmung allerdings nicht abdeckt. Auch das in Silos eingelagerte Futter für die Tiere ist häufig nicht versichert. „Das Bayerische Landwirtschaftsministerium erstellt daher in den kommenden Tagen Richtlinien, die in dem speziellen Fall bestimmen sollen, wie die Bauern entschädigt werden.“ Wie viel und vor allem wann die Landwirte die staatliche Unterstützung bekommen, ist aber noch nicht bekannt.

Für Görgmayer ist das eine „absolute Frechheit“. Obwohl er noch nicht genau abschätzen kann, wie viel seines Viehfutters unbrauchbar ist, weiß er jetzt schon, dass er neues Getreide einkaufen muss. Sonst müsste er die Anzahl seiner Kühe reduzieren. Gemeinsam mit Freunden und Bekannten versucht er derzeit, wenigstens den Strom und die Heizung wieder zum Laufen zu bringen.

„Zusammenhalt
ist unvorstellbar“

Auch Silvia Hanfstingl aus Mittenkirchen versucht, den Dreck wieder aus dem ebenfalls stark betroffenen Nachbarort von Götting zu kehren, und ist begeistert über die Hilfe aus der Region: „Der Zusammenhalt hier ist unvorstellbar. Selbst aus Nußdorf kamen bei der Überflutung die Helfer und haben mit uns die Nacht durchgemacht.“ Auch wenn kaum ein Keller trocken blieb, sei es dadurch wieder möglich, nach vorne zu blicken. KOrbinian Sautter