Oberaudorf/Kiefersfelden – Wenn das Wasser bei Starkregen steigt, kann es in der Klamm brenzlig werden. Wie brenzlig, das zeigt ein Großeinsatz vergangenen Montag in der Höllentalklamm (Gemeinde Grainau). Dort riss eine Flutwelle mehrere Menschen mit. Aber wie gefährlich ist es eigentlich in unserer Region? Ein Blick auf die Gießenbachklamm in Kiefersfelden.
Werner Schroller, Leiter der Tourist-Info Kiefersfelden, sagt: „Die schlimmen Sachen passieren vor allem ohne Führer.“ Deshalb warnt er unerfahrene Laien davor, die Klamm bei schlechtem Wetter zu erkunden.
Bürgermeister
zeigt sich alarmiert
Die Vorfälle im Raum Garmisch-Partenkirchen haben auch Bürgermeister Hajo Gruber alarmiert. Es sei an der Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, ob es einen Notfallplan brauche. „Nächsten Montag haben wir deshalb einen Termin mit dem Wasserwirtschaftsamt.“ Falls die Experten die Gießenbachklamm als gefährlich einstufen, soll möglichst qualifiziert darüber beraten werden, teilt der Rathauschef auf Nachfrage mit.
Für den Ernstfall ist die Bergwacht Oberaudorf mit einer Truppe für Canyoningrettung gewappnet: Diese ist für Einsätze im Bereich der wasserführenden Schluchten von Gießenbach sowie den Tatzlwurm-Wasserfällen am Auerbach zuständig. Details über die Vorgehensweise dieser Rettung waren aufgrund ausbleibender Stellungnahme der Bergwacht bis Redaktionsschluss nicht in Erfahrung zu bringen.
Ein beliebtes
Ausflugsziel
Die Gießenbachklamm und die darüber liegende Schopper-Alm sind beliebte Ausflugsziele, insbesondere für Familien. Die Schlucht besteht, so beschreibt es Kiefersfeldens Tourist-Chef, aus drei Teilen: der Vorderen, der Mittleren und der Hinteren Gießenbachklamm.
Die etwa 350 Meter lange Vordere Gießenbachklamm ist auf der südlichen Seite begehbar, etwa auf 60 Meter über dem Bachbett des Gießenbachs. Der Aufstieg durch die Klamm erfolgt über 190 Stufen vom Kraftwerk aus und der Zugang dorthin ist über die sogenannte Bleier Sag im Kiefersfeldener Ortsteil Breitenau möglich.
Barbara Forster