Rosenheim – In den vergangenen Wochen wurden erneut Senioren in Stadt und Landkreis Rosenheim in mehreren Fällen durch hinterhältige Betrüger um ihre Ersparnisse gebracht. Der Gesamtschaden liegt laut Polizei im unteren sechsstelligen Bereich. Der Kriminalpolizei mit Zentralaufgaben (Z) des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd gelang nun mit der Festnahme zweier Mitglieder einer Bande ein weiterer Schlag gegen diese perfiden Betrüger.
Wie berichtet, erhielten mehrere Senioren im Zeitraum von 18. Mai bis 22. Juni dieses Jahres in Stadt und Landkreis Rosenheim sogenannte Schockanrufe, in denen ihnen mitgeteilt wurde, dass ein naher Familienangehöriger einen Unfall verursacht habe und dabei nicht versichert gewesen sei. Damit der Angehörige nun nicht ins Gefängnis müsse, wäre angeblich eine Kaution zu hinterlegen. Die geforderten Geldsummen bewegten sich im niedrigen bis mittleren fünfstelligen Bereich.
Leider fielen alleine in diesem Zeitraum vier Geschädigte in Stadt und Landkreis Rosenheim gutgläubig auf die Masche der Betrüger herein und händigten insgesamt eine Summe im niedrigen sechsstelligen Bereich an eine zunächst unbekannte Geldabholerin aus.
Die Kriminalpolizeiinspektion des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd übernahm in allen Fällen die weiteren intensiven Ermittlungen. Aufgrund dieser, richtete sich im Laufe der Zeit ein Tatverdacht gegen eine 19-jährige Frau und einen 32-jährigen Mann aus Polen.
Nach derzeitigem Stand dürften die beiden Mittäter einer international agierenden Bande sein. Die beiden Tatverdächtigen konnten am 12. August von Kräften der Zivilen Einsatzgruppe Rosenheim sowie der Kripo festgenommen werden, wie die Polizei gestern mitteilte. Sie wurden nach der Vorführung bei einem Richter des Amtsgerichts Rosenheim, der Haftbefehl erließ, in Justizvollzugsanstalten eingeliefert. Die Ermittlungen der Kripo zu weiteren Mittätern laufen derweil weiter.
Trotz vielfacher Berichterstattungen wird die Polizei nicht müde, erneut die Warnungen und Hinweise zum Trickbetrug im Zusammenhang mit falschen Polizeibeamten zu wiederholen:
•Setzen Sie Familienangehörige und Nachbarn über diese perfiden Maschen in Kenntnis!
•Reden Sie offen in der Familie, insbesondere mit älteren, möglicherweise alleinstehenden Angehörigen, über dieses Phänomen!
•Geben Sie am Telefon niemals Auskünfte über persönliche Verhältnisse!
•Staatliche Stellen fordern niemals auf diese Art und Weise Bargeld oder Wertgegenstände!
•Legen Sie bei derartigen Anrufen sofort auf! Verständigen Sie dann den Notruf 110 oder Ihre örtliche Polizei! Verwenden Sie hierfür niemals die im Display angezeigte Rufnummer, sondern die Ihnen bekannte.
•Rufen Sie beim geringsten Zweifel den Polizeinotruf 110. Haben Sie keine Angst anzurufen!
Die Polizei rät: „Lieber einmal zu oft den Notruf genutzt, als Opfer der Betrüger zu werden!“