40 Bayernfans belästigen Reisende

von Redaktion

Nach Spiel beim TSV 1860 Rosenheim setzt Bahn Randalierer vor die Tür

Rosenheim/München – „Fahrtausschluss für Bayernfans“ lautete das Ende einer unrühmlichen Reise für Anhänger der Zweitliga-Mannschaft rund um das Spiel gegen den TSV 1860 Rosenheim. Ausgesprochen hat dies die Zugbegleiterin gegen circa 40 Fans des FC Bayern München. Die alkoholisierten Fußballanhänger sollen den Triebfahrzeugführer geschubst und Reisende im Zug belästigt haben.

Alarmierung
gegen 22 Uhr

Gegen 22 Uhr teilte die Leitstelle der Deutschen Bahn der Bundespolizei mit, dass in einem aus Rosenheim kommenden Zug der BRB/Meridian alkoholisierte Fußballfans Reisende belästigten. Aus diesem Grund beende der Zug der BRB/Meridian die Heimfahrt der Bayernfans vom Auswärtsspiel beim TSV 1860 Rosenheim in Grafing. Ab diesem Bahnhof müssten die Fußballfans ihre Reise anderweitig fortsetzen.

Als Beamte von Landes- und Bundespolizei in Grafing Bahnhof den Bahnsteig erreichten, befanden sich dort sowie im Zug die alkoholisierten Fans und weitere Reisende. Die Zugbegleiterin gab an, dass die Fußballanhänger den Zug in Rosenheim gut gelaunt bestiegen hätten. Während der Fahrt sei es zum Konsum von Alkohol gekommen und es wurden Fangesänge angestimmt. Dann sei Bier im Zug verschüttet worden.

Aus Sicht der Zugbegleiterin belästigten die Fans durch ihr Verhalten die übrigen Reisenden. Aus diesem Grund seien die Fans durch die Zugbegleiterin mindestens zweimal ermahnt worden, sich ordentlich zu verhalten. Ebenso wurde dies per Lautsprecherdurchsage kommuniziert. Da die Fans aus ihrer Sicht ihr Verhalten nicht änderten, beschloss die Zugbegleiterin, die Fahrt in Grafing Bahnhof zu beenden und forderte die Bundespolizei zur Unterstützung an.

Eine Befragung des Triebfahrzeugführers bestätigte laut Polizei den Sachverhalt. Er gab an, dass er durch eine Person mit den Händen im Zug zur Seite gedrückt wurde, da die Person zwischen sich und dem Triebfahrzeugführer einen Mindestabstand herstellen wollte. Verletzungen erlitt er dabei nicht. Aus Sicht der Fans schien die Entscheidung der Zugbegleiterin überzogen. Da die Mannschaft des FC Bayern in Rosenheim 6:0 gewonnen hatte, war die Stimmung dementsprechend gut gelaunt.

Von Beamten der Landes- und Bundespolizei wurden Reisende und Fans aufgefordert den Zug zu verlassen. Anschließend wurde der Zug auf das Vorliegen von Straftaten, insbesondere Sachbeschädigungen, überprüft. Es gab keine. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen vor Ort wurden die Fußballfans durch die Landes- und Bundespolizei in einem nachfolgenden Zug (Abfahrt RE5 in Grafing Bahnhof 23.51 Uhr) zum Hauptbahnhof München (Ankunft 0.28 Uhr) begleitet. Rund 40 Beamte mit zwei Diensthunden waren im Einsatz. In München zerstreute sich die Fangruppe ohne weitere Auffälligkeiten in Richtung Taxistand, Stadtgebiet sowie U- und S-Bahn.

Nach vorliegendem Kenntnisstand kam es zu keinen Straftaten, weder gegen den Triebfahrzeugführer, noch gegen das Eisenbahnverkehrsunternehmen oder eingesetzte Polizeibeamte. Die Bundespolizei wird Videoaufzeichnungen des Zuges auswerten, um das Verhalten der Fans beziehungsweise auch die Vorgehensweise der Zugbegleiterin zu überprüfen.

Die kritische Situation am Bahnhof Grafing konnte durch starke Kräfte von Landes- und Bundespolizei schnell unter Kontrolle gebracht werden. Der deeskalierende Einsatz war geeignet, das Sicherheitsgefühl aller Bahnreisenden zu gewährleisten. Zudem erschien er erforderlich, um die Begehung von Straftaten während der Fahrt nach München zu verhindern.

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