Erntedank für Wasser und Brot

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

„Der sitzt gerade bei Wasser und Brot!“ Diesen Satz habe ich vor Kurzem in einer Unterhaltung gehört. Die Rede war hier von jemand, der derzeit eine Freiheitsstrafe in einer Haftanstalt absitzen muss.

Klar, „Wasser und Brot“ war früher der Ausdruck für die Verpflegung im Gefängnis und es gab eine Zeit, in der das auch genauso war. Keiner von uns möchte heute von Wasser und Brot allein leben und gleichzeitig ist uns bewusst, dass nicht einmal diese elementaren „Lebens-Mittel“ allen Menschen auf dieser Welt zur Verfügung stehen.

Das Erntedankfest, das wir am Sonntag gefeiert haben, ist mehr als die Brot-, Obst- und Gemüsedekoration in unseren Kirchen, die unser Herz und unsere Sinne durchaus erfreuen darf. Erntedank wird zur Beziehung und zum Dialog mit unserem Schöpfer, der zumindest für den gläubigen Menschen hinter allem steht.

Wenn Jesus in der Bibel der Frau am Jakobsbrunnen deutlich macht, dass sie zusätzlich zum Wasser aus dem Brunnen noch eine ganz andere Quelle zu einem wirklichen „Leben in Fülle“ braucht und wenn er dann beim letzten Mahl das Brot segnet und teilt, bekommen „Wasser und Brot“ eine göttliche Dimension. Es reicht weiter als nur für eine kurzfristige Sättigung, sondern stillt eine tiefere Sehnsucht.

In der Regel haben die meisten von uns keine Haftstrafe abzusitzen, aber manche anderen äußeren und inneren Gefangenheiten schränken unsere Freiheit und unsere Lebensmöglichkeiten ein. Wir alle leben von „Wasser und Brot“. Wenn es von Gott kommt, wird es um so viel mehr geschätzt. Gott sei Dank!

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