2G fällt bei Wirten durch

von Redaktion

Wie Gastronomen mit den Corona-Regeln umgehen

Rosenheim – 2G, „3G plus“ oder auch Maskenpflicht und Mindestabstand: Gastronomen können ab heute selbst entscheiden, welche dieser Regeln die Gäste ihrer Lokale befolgen müssen. Für die meisten ist „3G plus“ – also geimpft, genesen und PCR-getestet – der einzige Weg. Ein Blick in die Region.

Giuseppe Tedesco ist sich sicher: 2G, das kommt für ihn nicht in Frage. „Wir machen schon die ganze Zeit 3G und bleiben auch dabei“, sagt der Inhaber der Restaurants „Giuseppe e amici“ an der Alten Spinnerei in Kolbermoor sowie „Giuseppe x Kunstmühle“ und „Giuseppe x Gillitzer“ in Rosenheim.

Keine
Quarantäne riskieren

Zum einen fühlten sich er und seine Mitarbeiter mit der „3G plus“-Regel sicherer. Den Betrieb ganz ohne G-Vorschriften laufen zu lassen, kommt für Tedesco nicht infrage. Er könne nicht riskieren, dass ein infizierter Gast einen Mitarbeiter anstecke und sein Personal anschließend mehrere Tage in Quarantäne müsse. Dann wäre er gezwungen, das betreffende Restaurant zuzusperren. Zum anderen findet er 2G „zu hart“. „Damit würde ich Menschen ausschließen, und das finde ich diskriminierend. Dann gibt es eine Zweiklassengesellschaft“, sagt der Gastronom.

Dass er mittlerweile selbst entscheiden kann, welche Regeln er in seinen Betrieben durchsetzt, findet er „sehr, sehr gut“. Wie die Staatsregierung nach der Kabinettssitzung vom 4. Oktober mitteilte, setze Bayern bei Corona auf „Sicherheit, Freiheit und Eigenverantwortung“. Tedesco wertet das als Vertrauen in die Bürger.

Auch die Dehoga-Kreisvorsitzende Theresa Albrecht freut sich über die neue Regel. „Es ist prinzipiell gut, wenn jeder selbst entscheiden kann, wie er es macht“, sagt sie. Albrecht vermutet, dass die beiden Gastronomen weiterhin an der 3G-Regel – nur mit PCR- statt Schnelltest – festhalten. So will auch sie es im Gasthaus zur Post in Rohrdorf halten. Niemand wolle den Gästen zusätzliche Einschränkungen auferlegen. „Ich glaube nicht, dass viele 2G machen.“

Auch Peter Fichter wird es in seiner Gaststube wie seine Kollegen handhaben. Der Wirt vom Stechl Keller in Wasserburg befürwortet die „3G plus“-Regel. Dennoch ist er sich sicher: „2G wird irgendwann kommen.“

Angst vor
Umsatzeinbußen

Sven Dietze bleibt ebenfalls bei den drei Gs. In seine Trattoria Toskana in Prien dürfen auch weiterhin Gäste kommen, die nur einen PCR-Test dabei haben. Er fürchtet sonst Verluste für sein Restaurant. „Da schneidet man sich ja ins eigene Fleisch“, sagt er. Solange 2G keine Pflicht ist, sei der Weg mit „3G plus“ der richtige für ihn.

Patrick Senger sieht das genauso. Auch er will getesteten Personen im Maxlrainer Bräustüberl weiterhin Plätze anbieten. Da seien sich er und sein Kollege Florian Geiger einig.

„Wir möchten allen Zutritt gewähren und niemanden ausschließen“, sagt Senger. Eine 2G-Regel könne er nicht mit sich vereinbaren – obwohl es zusätzlicher Aufwand sei, die Testbescheinigungen und die Ausweise der Gäste zu kontrollieren.

Impfzahlen sinken weiter

Könnten die neuen Corona-Regeln für eine Trendwende der Impfmüdigkeit in der Region Rosenheim einleiten? Derzeit sieht es nicht danach aus. Haben sich in der ersten Augustwoche noch 2460 Menschen zum ersten Mal impfen lassen, waren es in der letzten Septemberwoche nur 1488 Personen. „Ein Anstieg der Impftätigkeit ist nicht zu registrieren“, bestätigt Christian Schwalm, stellvertretender Pressesprecher der Stadt Rosenheim.

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