Schechen – Ein rundes Dutzend Autos fand sich am Samstag in Deutelhausen ein. An dem Bauernhof, an dem eine Querdenker- beziehungsweise Reichsbürgerschule für zehn Tage ihr Domizil gefunden hatte. Bis die Regierung von Oberbayern den Betrieb untersagte, weil die Schule nicht genehmigt ist (wir berichteten). Seitdem war dort Ruhe.
Was am Wochenende an der Schule, von ihrer Gründerin als „russisches Hoheitsgebiet“ bezeichnet, los war, darüber kann nur gemutmaßt werden. „Wir wissen von nichts“, heißt es auf Nachfrage in der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd ebenso wie in der des Landratsamtes Rosenheim.
Schechens Bürgermeister Stefan Adam sah Ende letzter Woche noch entsprechendes Mobiliar in den Räumen, „die Schultische waren alle noch da“. Was Robert Maurer, Sprecher der Polizeiinspektion Rosenheim, bestätigt. Er hat auch Kenntnis, dass sich dort eine Gruppe traf. Warum, das weiß er allerdings auch nicht, denn seine Kollegen schauen bei Streifenfahrten nur kurz nach dem Rechten. „Die werden sich wohl getroffen haben, um nachzudenken, wie es jetzt weitergeht“, vermutet er.
50 Kinder in der „Lernoase“
Denn dass die Schulgründerin und die Eltern, die ihre insgesamt 50 Kinder in diese „Lernoase“ schickten, sang- und klanglos aufgeben, das erwarteten die Zuständigen der Regierung, des Landratsamts und des Polizeipräsidiums schon direkt nach der Schulschließung nicht. Allgemeiner Konsens: Die Gruppe sucht sich eine neue Unterkunft. Vermutlich wieder im Landkreis Rosenheim.
Dann allerdings sollte schneller auffallen, ob Schüler an ihren normalen Schulen fehlen. Denn seit gestern, Montag, dürfen Testverweigerer nicht mehr einfach zu Hause bleiben, Distanzunterricht machen. Das gilt als Schuleschwänzen. Dies abzustellen ist zunächst Sache der Regelschule, erst in sehr hartnäckigen Fällen wird das Landratsamt eingeschaltet, so dessen Sprecherin Ina Krug. Dass die Polizei die Schulpflicht durchsetzen muss, kam bislang laut Krug und Maurer so gut wie nie vor. Sylvia Hampel