„Ein Miteinander schaffen“

von Redaktion

Leonhard Meixner als Volksmusikpfleger des Bezirks Oberbayern vorgestellt

Bruckmühl – Leonhard Meixner heißt der neue Volksmusikpfleger des Bezirks Oberbayern. Der 33-Jährige übernimmt ab sofort das Sachgebiet Volksmusikpflege im Zentrum für Volksmusik, Literatur und Popularmusik (ZeMuLi) des Bezirks Oberbayern in Bruckmühl. Er folgt auf Bernhard Achhorner, der aus persönlichen Gründen Ende September ausgeschieden war.

„Heute ist ein besonderer und guter Tag für die Volksmusik, fürs ZeMuLi und für Oberbayern, weil wir heute eine Persönlichkeit aus der Volksmusik raus vorstellen“, betonte Bezirkstagspräsident Josef Mederer eingangs der Vorstellung des neuen Bezirks-Volksmusikpflegers vor Ort in Bruckmühl.

Meixner kenne die Einrichtung und sei fest in der Volksmusikszene verwurzelt. „Er ist ein Garant, dass die traditionelle Volksmusik gepflegt und auch die zukünftige Volksmusikpflege ins Auge gefasst wird“, unterstrich der Präsident. Die Volksmusik sei noch nie statisch gewesen, sondern habe sich immer weiterentwickelt. „Leonhard Meixner ist aufgrund seiner Ausbildung an der Max-Keller-Schule, einer Einrichtung des Bezirks, bestens für die Funktion geeignet. Wir sind fest davon überzeugt, dass wir die Aufgaben, die an uns herangetragen werden, bewältigen und das Zentrum stärken, sowohl personell als auch finanziell“, bekräftigte der Bezirkstags-Chef und fügte hinzu: „Wir müssen uns zukünftig auch interkulturelle Gedanken machen und trotzdem das Alte bewahren“.

Der aus Vagen stammende und im Bruckmühler Ortsteil Götting wohnhafte neue Volksmusikpfleger schilderte anschließend seinen beruflichen Werdegang. Er stamme aus einer Musikanten-Großfamilie, sei in seiner Volksmusikausbildung ins Volksmusikarchiv hineingewachsen und dort schon im Jugendalter als Sänger und Musikant bei Aufnahmen dabei gewesen.

An der Max-Keller-Berufsfachschule für Musik in Altötting absolvierte er seine Ausbildung in den Fächern Posaune, Gesang und Chorleitung. An der Hochschule für Musik in Nürnberg erwarb er ein Diplom als Musikpädagoge. Er habe die Arbeit seines Vorgängers, den langjährigen Volksmusikpfleger Ernst Schusser (und wiederum Vorgänger von Bernhard Achhorner), kennengelernt – „und seitdem eine große Leidenschaft für die authentische überlieferte Volksmusik“, bekannte er. „Im Fachbereich Volksmusik möchten wir schauen, was draußen passiert, mit allen Volksmusikanten in Kontakt bleiben und ein Miteinander schaffen. Ich freue mich, ein Teil davon zu sein“, hob er hervor.

Hinzu kommt, dass Leonhard Meixner in seinem „privaten“ musikalischen Umfeld das Musikprojekt „Cubaboarisch 2.0“ leitet.

„Mit Leonhard Meixner ist das ZeMuLi-Führungsquartett wieder komplett“, erklärte Dr. Elisabeth Tworek, die Leiterin der Kulturabteilung des Bezirks Oberbayern. Es wird von Dr. Katharina Baur geleitet und von Verena Wittmann als Archivleiterin und Matthias Fischer als Popularmusik-Beauftragten vervollständigt. „Wir sind damit stark aufgestellt und die vier Säulen Volksmusikarchiv, Literatur in Oberbayern, Popularmusik und Volksmusik sind bestens bedient“, konstatierte sie.

Abschließend würdigte sie die Tätigkeit von Ernst Schusser, auf die aufgebaut werden soll. Als Höhepunkt der Vorstellung Meixners überraschte dieser die Anwesenden mit von ihm gedichteten Gstanzln, in denen er sein Aufgabengebiet gesanglich beschrieb (siehe Kasten).

Leo Meixners Gstanzl-Texte

1) Griaß Gott, liabe Leut, möchte mi bei eich vorstelln heut,

ja weil mi d’Volksmusi freut, so is jetzt kemma die Zeit

2) A Musi ohne Strom, des hod bei uns a Tradition

d’oberboarische Kutur g’hört zu meiner Natur

3) Den überlieferten Gsang und an scheen Zitherklang

Sowas wird niamois oid, weil des is des, wos mir
gfoit

4) Im ZeMuLi in Bruckmui sitz i auf meim Schreibtischschtui,

do deam ma arbatn recht vui, Musik im Herzen, Rhythmus im Gfui! bjn

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