„Alles ist vernichtet“

von Redaktion

Zweiter Großbrand bei Familie binnen vier Monaten – Millionen-Schaden

Irschenberg – Es ist kaum zu glauben. Eine Familie aus dem Irschenberger Ortsteil Oberhasling trifft zum zweiten Mal binnen vier Monaten unvermittelt ein Großbrand. Am Samstag wurden Nachbarn wegen Rauchgeruchs auf das Unglück aufmerksam und setzten einen Notruf ab. Als die ersten Einsatzkräfte wenige Minuten später eintrafen, brannte die Scheune bereits lichterloh, wie Irschenbergs Bürgermeister Klaus Meixner berichtet. Er war zufälligerweise in der Nachbarschaft. „Erst hat es nach Rauch gerochen, und dann ging es ganz schnell, bis alles in Flammen stand.“

Um 12.10 Uhr ging laut Polizei bei der Integrierten Leitstelle die Alarmierung ein. Mit einem Großaufgebot rückten die Einsatzkräfte der Feuerwehren Irschenberg, Weyarn, Reichersdorf, Vagen, Bruckmühl und Miesbach aus. „Bei der Anfahrt haben wir schon die schnelle Rauchentwicklung gesehen und sofort die Feuerwehren aus Hausham, Holzkirchen, Niklasreuth, Holzolling und Feldkirchen-Westerham nachalarmiert“, berichtet Einsatzleiter und Kommandant der Feuerwehr Irschenberg, Thomas Niggl.

„Als wir um 12.17 Uhr an der Scheune waren, stand diese in Vollbrand“, sagt Niggl. 45 Minuten habe es gedauert, bis der Brand unter Kontrolle war. Verletzt wurde niemand. Da das Gebäude einsturzgefährdet gewesen sei, musste es komplett abgetragen werden, sagt Niggl. „Die Scheune ist als Maschinenhalle und Metallbau-Werkstatt genutzt worden“, berichtet Niggl. Es seien einige landwirtschaftliche Maschinen und ein davor geparktes Auto den Flammen zum Opfer gefallen.

Dramatischerweise befand sich dort aber auch der neue Dachstuhl, für das Haus nebenan, bei dem bereits im Juli ein Blitzschlag einen Großbrand ausgelöst hatte. „Der Dachstuhl wurde am Freitag angeliefert und hätte diese Woche verbaut werden sollen“, weiß Meixner. Er war während der Löscharbeiten anwesend und sei mit der betroffenen Familie in Kontakt. „Ich habe keine Worte für das alles“, sagt er. Auch am Sonntag war Meixner vor Ort: „Alles ist vernichtet, und es riecht immer noch nach Brand.“

Eine besondere Herausforderung hätten bei den Löscharbeiten die in der Scheune befindlichen Gasflaschen bereitet. Die Einsatzkräfte mussten diese erst kühlen und dann aus dem Gebäude bringen. „Glücklicherweise ist keine explodiert“, so Niggl. Schlussendlich habe der Einsatz bis 21.30 Uhr gedauert. Es waren insgesamt 150 Einsatzkräfte mit 35 Fahrzeugen eingesetzt.

Die Polizei beziffert nach ersten Schätzungen den Sachschaden auf eineinhalb Millionen Euro. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Brandursache ist jedoch laut Polizei noch unklar. Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung lägen derzeit allerdings nicht vor.

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