Traunstein – Mit Vorsitzendem Richter Erich Fuchs, der zuletzt zwei große Strafkammern am Landgericht Traunstein leitete, wechselt ein erfahrener Jurist nach 36 Jahren bei der bayerischen Justiz in den Ruhestand.
Landgerichtspräsident Professor Dr. Ludwig Kroiß würdigte die Verdienste von Fuchs und überreichte die Entlassungsurkunde sowie ein Schreiben von Justizminister Georg Eisenreich. Der Präsident beleuchtete die Vita von Erich Fuchs, geboren im mittelfränkischen Herzogenaurach. Nach dem Abitur in Fürth und dem Grundwehrdienst in Roding im Bayerischen Wald folgte das Studium der Rechtswissenschaften in Regensburg und Erlangen. Nach dem Referendariat am Amtsgericht Fürth kam Fuchs am 1. Juni 1985 zur Staatsanwaltschaft Traunstein. Als Grund für den Umzug in den Chiemgau nannte Fuchs: „Im Norden Bayerns gab es keine freie Stelle. Das Ministerium war erfreut, dass sich jemand für Traunstein interessiert.“ Er habe sofort zugesagt, nachdem er die Gegend schon vom Skifahren und Wandern her kannte.
Die weiteren beruflichen Stationen, zunächst als Beisitzender Richter, waren ab März 1993 die Erste Zivilkammer am Landgericht Traunstein und ab Januar 1996 die Zweite und Fünfte Strafkammer, also das Schwurgericht, mit dem damaligen Vorsitzenden Richter Peter Fröhlich. Selbst zum Vorsitzenden Richter bestellt wurde Erich Fuchs Anfang März 2006. Er war zunächst in der Dritten Zivilkammer tätig. Von 2012 bis jetzt hatte er den Vorsitz der Zweiten und Fünften Strafkammer inne.
Fuchs, der freiwillig ein Jahr länger im Dienst geblieben sei, werde der Traunsteiner Justiz fehlen, betonte der Landgerichtspräsident. Doch er habe den Ruhestand „ehrlich verdient“, mit enormer Kompetenz viele Verfahren abgeschlossen und der Traunsteiner Justiz unter fünf Landgerichtspräsidenten über ein Vierteljahrhundert gedient.
Die Zahl der Schwurgerichtsverfahren um Gewaltverbrechen wie Mord und Totschlag schätzte Erich Fuchs auf etwa 100 in seiner Zeit als Vorsitzender Richter. Weitere etwa 300 bis 400 Verfahren habe die Zweite Strafkammer erledigt. Er sprach von einem „eingespielten Team“ mit zuletzt seit neun Jahren Andreas Bartschmid und seit drei Jahren Christian Baier als Beisitzenden Richtern. Fuchs lobte die Kollegen und deren Loyalität, aber auch „seine“ Serviceeinheit für ihre sorgfältige Arbeit.
Künftig will sich Erich Fuchs ganz anderen Dingen widmen. Er hat viele Pläne mit der Familie, will Ski fahren, langlaufen und bergwandern.
Wer seine Nachfolge antritt, ist noch nicht bekannt. Das Präsidium des Landgerichts wird darüber in Kürze entscheiden.kd