Brandstifter steht ab heute vor Gericht

von Redaktion

Mann (30) zündet Discounter an und verursacht Schaden in Höhe von 3,5 Millionen Euro

Großkarolinenfeld – Die OVB-Heimatzeitungen schrieben vor fünf Monaten von einem „Inferno“ in Großkarolinenfeld: Ab heute steht der mutmaßliche Verursacher, ein mittlerweile 30-jähriger Mann, unter anderem wegen Brandstiftung vor dem Landgericht Traunstein. Bei dem Brand war ein Sachschaden von 3,5 Millionen Euro entstanden. Dem Mann droht nicht Gefängnis, sondern Maßregelvollzug: Er soll an Wahnvorstellungen leiden.

Es war ein Freitagabend im Juni dieses Jahres. Gegen 22 Uhr von Zeugen alarmiert, die laute Geräusche aus einem Lebensmittel-Discounter gehört hatten, trafen eine Zivilstreife und Beamte der Polizeiinspektion Bad Aibling an der Wendelsteinstraße in Großkarolinenfeld ein. Im Discounter entdeckten sie einen Mann, der offenbar die Eingangstür eingeschlagen und sich so Zutritt verschafft hatte. Sie nahmen den Mann fest.

Das Feuer aber, das der Mann offensichtlich kurz zuvor – mittels Feuerzeug und Spraydosen als improvisierten Flammenwerfern – gelegt hatte, konnten sie nicht mehr löschen. Bald darauf trafen weitere Polizeibeamte und Rettungskräfte ein. Feuerwehren und Technisches Hilfswerk (THW) kämpften die ganze Nacht gegen die Flammen an, konnten das Gebäude aber nicht retten. Der Schaden ging in die Millionen, zum Glück wurde kein Mensch verletzt.

Warum hatte sich der Mann Zutritt zu dem Discounter verschafft, warum Regale angezündet? Der Staatsanwalt geht laut Antragsschrift davon aus, dass der Mann unter paranoider Schizophrenie leidet, die zum Zeitpunkt der Tat nicht mit Medikamenten behandelt worden war.

Es geht vor dem Landgericht in Traunstein heute daher nicht um eine Gefängnisstrafe, der Beschuldigte könnte vielmehr in den Maßregelvollzug eingewiesen werden. Bereits nach seiner vorläufigen Festnahme hatte das Amtsgericht Rosenheim die Unterbringung des in Großkarolinenfeld wohnenden Mannes im Inn-Salzach-Klinikum angeordnet.

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