Mensch, wo bist du?

Zwischen Himmel und Erde

hannelore.maurer@ovb.net

„Mensch, wo bist du?“ ist der Titel eines Lieds der Kölner Musikgruppe Wise Guys. In diesem Lied geht es um unsere Verantwortung für die Welt und unser Leben. Dazu die berechtigte Frage, ob wir uns nicht doch manchmal davor drücken.

„Mensch, wo bist du?“ Dieser Satz steht übrigens auch am Anfang der Bibel. Der Erdling, im Hebräischen heißt er „Adam“, bekommt diese alles entscheidende Frage gestellt, als er sich anmaßt, selber wie Gott zu sein und dabei seine eigenen Grenzen überschreitet.

„Mensch, wo bist du?“ Diese Frage stellt sich mir nicht nur in Bezug auf die globalen Herausforderungen, die uns jetzt vermutlich sofort in den Sinn kommen. Nein, es ist die ziemlich konkrete Frage nach unserer ganz persönlichen Standortbestimmung! „Wo geht die Reise hin, und was bestimmt für dich dein Handeln und dein Streben?“, singen die Wise Guys im Lied. Diese Frage müssen wir uns alle immer wieder stellen.

Im Evangelium vom heutigen Festtag „Mariä Empfängnis“ hört das junge Mädchen Maria diese Fragen. Maria sagt schließlich „Ja“ zu ihrem Lebensweg, den sie von Gott ausfüllen lässt. Sie tut dies in völliger Freiheit. Darauf kommt es an. Aber sie tut es im Vertrauen auf eine Beziehung mit Gott, die für sie tragend ist. Gott macht mit den Menschen damit einen neuen Anfang.

Bei unseren Nachbarn in Österreich ist das heutige Marienfest tatsächlich immer noch ein gesetzlicher Feiertag. Bei uns ist der 8. Dezember ein Tag wie jeder andere, zumindest für sehr viele. Ich meine aber, an der Frage „Mensch, wo bist du?“ kommt niemand vorbei.

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Samstag, 11. Juli 2026
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