Marquartstein – Eine 41 Jahre alte Frau aus dem Landkreis Traunstein war am vergangenen Freitag, gegen 11.15 Uhr, mit einem Begleiter und mehreren Hunden am Hochgern unterwegs. Am Gipfel brach die Schneewechte plötzlich ab, und die Frau stürzte in der Folge in sehr steiles, Fels durchsetztes Gelände etwa 200 Höhenmeter ab. Genauere Angaben zur Herkunft der Frau machte die Polizei nicht.
Durch den Sturz und die abgebrochene Wechte wurde die Frau teilverschüttet. Die 41-Jährige konnte beim ersten Überflug durch den Rettungshubschrauber Christoph 14 gesichtet, rasch geborgen und schwer verletzt ins Klinikum Traunstein geflogen werden. Das teilte die Polizei gestern in einer Pressemeldung mit.
Parallel bereitete die Bergwacht Ruhpolding eine Absuche des Lawinenkegels vor, da zunächst nicht klar war, ob weitere Personen beteiligt waren. Dies konnte nach kurzer Zeit ausgeschlossen werden.
Die Frau war mit vier eigenen Hunden und einem Hund einer Bekannten unterwegs gewesen. „Die fünf Hunde waren nach dem Unfall völlig panisch im Gipfelbereich des Hochgern herumgelaufen und mussten irgendwie ins Tal gebracht werden“, heißt es in einer Mitteilung der Bergwacht Marquartstein. Zwei Einsatzkräfte montierten Schneeketten auf dem Rettungsfahrzeug und machten sich auf den Weg zur Agersgschwendt-Alm.
Zwei weitere Einsatzkräfte fuhren mit dem Bergwacht-Quad, das im Winter auf Raupenbetrieb umfunktioniert ist, bis kurz vor das Hochgernhaus. Aufgrund der Schneeverwehungen musste von dort zu Fuß beziehungsweise mit den Skiern weiter aufgestiegen werden. Zwei Alpinpolizisten, die zur Unfallaufnahme am Gipfel abgesetzt wurden, konnten bereits drei Hunde mitnehmen.
Die anderen zwei Hunde wurden zusammen mit dem Begleiter nach einem anstrengenden Aufstieg bei schweren Windböen am Gipfel aufgenommen und ins Tal gebracht. Einer der Hunde war so erschöpft, dass er mit dem Raupenfahrzeug transportiert werden musste und an der Agersgschwendt-Alm ins Rettungsfahrzeug verfrachtet wurde. „Aufgrund der derzeitigen starken Winde kommt es zu großen Schneeverwehungen und Schneewechten im Kammbereich. Diese können oft schwer erkannt werden und stellen eine große Gefahr dar“, teilt die Bergwacht Marquartstein weiter mit.
Am Einsatz waren die Bergwacht Ruhpolding, die Bergwacht Marquartstein sowie ein Bergwachthundeführer beteiligt. Ebenfalls wurden die Bergwachten Traunstein und Inzell alarmiert. Zudem war der Rettungshubschrauber Christoph 14 zur Bergung der Verletzten, das Bayerische Rote Kreuz, sowie die Polizeihubschrauber Edelweiß 3 und 6 zum Transport von Einsatzkräften im Einsatz.
Der Unfall wurde durch drei Beamte der Alpinen Einsatzgruppe Grassau aufgenommen. Die Polizeistation Ruhpolding unterstützte bei der gemeinsamen Einsatzleitung.