Nicht alltägliche Geschenke

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

Beim Gottesdienst im Kindergarten erzähle ich die Geschichte von den Sterndeutern, die sich auf den Weg machen, um den neugeborenen König der Welt zu suchen. Einige der Kinder kennen die Erzählung schon vom vergangenen Jahr, und so frage ich die „Spezialisten“, ob sie sich vielleicht noch an die Geschenke der Könige für das Christkind erinnern können.

Einer weiß die Antwort: „Ein Kästchen mit Gold und Weihrauch. Und ich glaube, dann waren da auch noch Möhren dabei!“ Ich versuche, mich zusammenzureißen. Den Kindern erkläre ich schließlich, dass die Antwort nicht ganz falsch ist, weil Möhren – oder Gelbe Rüben, wie wir in Bayern sagen – sehr gesund sind.

Das dritte Geschenk der Könige heißt aber Myrrhe und ist ein getrocknetes Baumharz, aus dem man früher Salbe und Hustensaft gemacht hat. Sehr teuer und kostbar, weil es damals noch nicht für jede Krankheit eine Medizin gegeben hat.

„Für alle Krankheiten gibt es heute auch noch keine Medizin“, klärt mich ein Vierjähriger auf, und diesmal muss ich ihm uneingeschränkt Recht geben. Die Forschungen der vergangenen Jahrzehnte haben viele Erkenntnisse gebracht, aber unsere Unversehrtheit an Leib und Seele haben wir doch nicht allein in der Hand.

Einer der Sterndeuter hatte Myrrhe dabei, damit das kleine Christkind gesund bleibt. Vielleicht war dieser symbolische Beitrag des dritten Königs aber auch ein Hinweis, dass vom göttlichen Kind und damit auch später von den Christen etwas Heilsames auf unsere Welt ausstrahlen soll. Eine Gabe, die wir heute mehr brauchen als je zuvor.

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