Nach Unfalltod eines fünfjährigen Mädchens ist der ganze Ort in tiefer Trauer

von Redaktion

Pfarrer betet Vaterunser mit dem Gemeinderat und ruft die Bürger zur Unterstützung der Familie auf – Ermittler stehen vor einem Rätsel

Irschenberg – Der Tod des fünf Jahre alten Mädchens, das am Mittwoch bei einem Verkehrsunfall in Irschenberg ums Leben kam, hat den Ort tief getroffen und große Anteilnahme ausgelöst. An der Kreuzung erinnern Kerzen an das tragische Unglück, und in der Sitzung des Gemeinderats am Mittwochabend informierte Pfarrer Tadeusz Kmiec-Forstner die Ratsmitglieder und Zuhörer. Gemeinsam beteten die Anwesenden ein Vaterunser für das verstorbene Kind und die Familien der am Unfall beteiligten Personen.

Wie berichtet, stießen ein VW Beetle und ein VW Sharan in einer Kurve zusammen. Im Beetle saß das Mädchen auf dem Beifahrersitz, war aber gesichert durch Sitzerhöhung und Sicherheitsgurt. Obwohl es laut Polizei keine äußeren Hinweise auf zu schnelles Fahren gibt – die enge und unübersichtliche Kurve lässt nicht mal die vorgeschriebenen 30 km/h zu – und der Zusammenstoß vergleichsweise harmlos war, wurde das Kind tödlich verletzt.

Im Kindergarten, den das Mädchen besucht hatte, war die Bestürzung ebenfalls groß. In einem Brief an die Eltern sprachen Kreisgeschäftsführerin Petra Schubert, Kita-Leiterin Melanie Niedermaier und deren Stellvertreterin Gabriela Bachmeier der trauernden Familie, deren Angehörigen und Freunden das tiefe Mitgefühl der Kita-Gemeinschaft aus. Es wurde außerdem umgehend die Krisenintervention eingeleitet: Eine Beraterin aus dem Krisendienst des Caritas-Zentrums sowie Diakon Andreas Maier begleiteten das Gruppenteam. Sie werden auch in den nächsten Tagen und Wochen zur Verfügung stehen, um dem Betreuungsteam und den Kindern zu helfen, „dieses schreckliche und unfassbare Ereignis zu verarbeiten“. Niemand solle in dieser Zeit des Trauerns allein gelassen werden.

Diesen Appell hatte auch Pfarrer Tadeusz an die Anwesenden in der Gemeinderatssitzung gerichtet. Jeder solle darüber nachdenken, ob und wie er der Familie des Kindes im Alltag beistehen und sie unterstützen könne.

Nicht mehr helfen konnten die Rettungskräfte an der Unfallstelle. Eine schwierige Situation, auch für die Männer der Feuerwehr Irschenberg. Die Gespräche mit dem Notfallseelsorger hätten ihnen gutgetan, berichtet Kommandant Tom Niggl. Auch für die Tage nach einem solchen Unglück hat Niggl vor allem einen Rat: „Möglichst viel darüber reden.“ Entweder mit Menschen, die einem nahestehen, oder nochmals mit einem Seelsorger. Die entsprechenden Telefonnummern verteilte der Kommandant nach dem Einsatz an seine Mannschaft. Manche seien danach noch in die Arbeit gegangen, um sich abzulenken, andere lieber nach Hause, weil sie sich ohnehin nicht mehr hätten konzentrieren können.

Auch viele andere Irschenberger werden wohl noch länger brauchen, um den tragischen Ausgang des eigentlich vergleichsweise harmlosen Unfalls zu verarbeiten. Jeder auf seine Weise, aber alle mit einem gemeinsamen Gefühl: der Trauer um das verstorbene Mädchen, das so plötzlich aus ihrer Mitte gerissen wurde. Dieter Dorby/Sebastian Grauvogl

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