Omikron sorgt für Negativrekorde

von Redaktion

Corona-Lage Neue Höchststände in der Region – Viele Todesfälle

Rosenheim – Die Corona-Zahlen steigen unaufhörlich, von einem Abflauen der fünften Welle ist in der Region Rosenheim keine Spur – ganz im Gegenteil: Die hochansteckende Omikron-Variante sorgt auch in Stadt und Landkreis Rosenheim für immer neue Negativrekorde. Die Sieben-Tage-Inzidenzen erreichen neue Höchstwerte mit 1752 für den Landkreis und 1956 für die Stadt Rosenheim – wobei Letztere kurz vor Überschreiten der Marke 2000 steht (Stand 28. Januar, 0 Uhr).

Neuinfektionen
verdoppeln sich

Verdoppelt hat sich allein die Zahl der Neuinfektionen binnen einer Woche in der Region: Waren es in der Vorwoche noch 2913 Neumeldungen, sind es inzwischen 5828 Neuinfizierte innerhalb von sieben Tagen – Tendenz weiter steigend, da zwischenzeitlich deutlich über 1000 Neuinfektionen pro Tag registriert werden. Zwei Drittel der positiv Getesteten liegen im Altersbereich zwischen 18 und 59 Jahre.

Mehr als verdoppelt hat sich zudem die Zahl der an oder mit Corona Verstorbenen in der Region. Hatte das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim vergangene Woche noch neun Todesfälle registriert, waren es diese Woche bereits 19 – darunter eine Person unter 60 Jahren. Zwölf Verstorbene waren über 80 Jahre alt, sechs im Alter zwischen 60 und 80 Jahre. Sieben der verstorbenen Personen waren in einem Heim betreut worden. Die Gesamtzahl der offiziell registrierten Corona-Toten in Stadt und Landkreis steigt damit auf 766.

Gesundheitsamt
kapituliert

Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, sieht die Region inzwischen „inmitten der fünften Welle, einer Omikron-Welle“. Aufgrund der Dynamik mit täglich über 1000 neuen Fällen in Stadt und Landkreis kapituliert nun die Behörde, was die Einzelfallermittlung angeht: Beim Management von Indexfällen und Kontaktpersonen habe man „definitiv die Grenzen der Möglichkeiten überschritten“. Hierl fordert deshalb: „Die Politik ist gefragt, einen Strategiewechsel durchzuführen, weg von der Phase der Eindämmung und hin zu einer konsequenten Fokussierung der Ressourcen zum Schutz vulnerabler Personengruppen.“

Das Ausbruchsgeschehen bleibt in der Region weiterhin „diffus“, wie es Hierl nennt. Hinzu kommen Ausbrüche in zuletzt 31 Pflege- und Behinderteneinrichtungen mit insgesamt 138 betroffenen Bewohnern, unter anderem im AWO-Seniorenheim in Feldkirchen-Westerham mit zuletzt 17 positiv getesteten Bewohnern und 16 infizierten Mitarbeitern. Eine Vielzahl der positiv Getesteten ist der Behörde zufolge zweifach geimpft oder bereits geboostert. Die Verläufe: großteils milde. Nur wenige Bewohner (sieben) müssten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Hierl: „Dies ist als klarer Erfolg der Impfung zu werten.“

Viele Infektionen werden überdies aus Schulen und Kitas gemeldet – die Liste der betroffenen Einrichtungen ist inzwischen lang und erstreckt sich über den gesamten Landkreis.

Mit Sorge blickt Gesundheitsamts-Chef Hierl auf die Kliniken: In Folge der extrem gestiegenen Fallzahlen seien auch die Belegungszahlen mit Corona-Patienten auf den Normalstationen in den Kliniken der Region deutlich angestiegen (154; Vorwoche 121). Erschwerend kämen zum Teil erhebliche Personalausfälle durch positive Testungen hinzu.

Weiter Flaute
bei Impfungen

Kaum Fortschritte macht das Thema Impfen in der Region: Die Quote der Erstimpfung stagniert bei knapp 64 Prozent, die der Zweit- beziehungsweise Abschlussimpfungen (Johnson & Johnson) bei 64,4 Prozent – womit Stadt und Landkreis weiter deutlich hinter dem bundes- und bayernweiten Schnitt liegen. Ebenso beim Booster: in der Region 40,8 Prozent, Bayern 50,3 Prozent und Deutschland 52,2 Prozent.

Die regionalen Hotspots verteilen sich diese Woche einmal mehr über den gesamten Landkreis. Neben der Stadt Rosenheim mit 1249 Neuinfektionen binnen einer Woche (seit 21. Januar) zählen die Städte Bad Aibling und Kolbermoor mit 464 und 366 Fällen zu den Spitzenreitern in der Region. Gefolgt von: der Marktgemeinde Bruckmühl (270), der Stadt Wasserburg (209) sowie den Gemeinden Raubling (187), Prien (177) und Feldkirchen-Westerham (159). Ebenfalls stark betroffen sind mit weit über 100 Neuinfektionen binnen einer Woche die Gemeinden Brannenburg (154), Stephanskirchen (149), Bad Feilnbach (147), Bernau (145), Kiefersfelden (144) sowie Bad Endorf (139) und Rohrdorf (134).

Artikel 5 von 11