Als Hochzeitslader mehr als 700 Paare begleitet

von Redaktion

Bertl Heigl aus Heufeld stirbt im Alter von 93 Jahren – 1961 erstes Treffen für Progoder aus ganz Bayern organisiert

Bruckmühl – Im Alter von 93 Jahren ist Bertl Heigl aus Heufeld am Dienstag verstorben. Heigl war Hochzeitslader der ersten Stunde. Im Jahr 1956 begann er mit dem Organisieren von Hochzeiten. Die Anfragen kamen von überall – unter anderem aus Altötting, Wolfratshausen, vom Starnberger See und vom Werdenfelser Land. 40 Jahre lang gab es kaum einen Samstag, an dem Bertl Heigl bei einer Hochzeit nicht sein organisatorisches Talent sowie sein Gespür für Kirche, Glauben, Musik und die Menschen unter Beweis stellte.

Besonders stolz war der Hochzeitslader auf fünf Primiz-Feierlichkeiten. Bettelhochzeiten hingegen machte er nur zwei – und zwar in Götting und in Au. Die Pflege des Brauchtums war für Bertl Heigl besonders wichtig – dazu gehörten auch die Treffen von Hochzeitsladern aus ganz Bayern, die seit dem 3. Dezember 1961 jährlich stattfanden – immer abwechselnd einmal links und einmal rechts vom Inn. Das 60. Treffen soll in diesem Jahr bei Bernhard Sedlmaier in Baiern stattfinden. Leider ist es Heigl als Gründungsmitglied der Hochzeitslader-Gemeinschaft nicht mehr vergönnt, das mitzuerleben. Bertl Heigl war Vorplattler, Fähnrich, Vorsitzender und Ehrenvorsitzender im Trachtenverein „D’Mangfalltaler“ Heufeld.

76 Jahre war er der Trachtensache eng verbunden und prägte das Vereinsleben nachhaltig.
Bertl Heigl erhielt zahlreiche Ehrungen. Seit 1946 gehörte er dem Trachtenverein „D’Mangfalltaler“ Heufeld an und war dessen Ehrenvorsitzender. Er war Inhaber des Ehrenbriefes und Träger der Ehren-Medaille der Marktgemeinde Bruckmühl, der Verdienstmedaille der Regierung von Oberbayern für Kultur und Brauchtum sowie des goldenen Gau-Ehrenzeichens des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes.

Der „Bertl“, wie er von allen genannt wurde, war ein waschechter Heufelder. Im elften der „Apostelhäuser“ kam er zur Welt und hat fast sein gesamtes Leben in seinem Heimatort verbracht. Im Februar 1945 wurde Bertl Heigl „eingezogen“. Da war er gerade erst 16 Jahre alt. Den Zweiten Weltkrieg überlebte er mit viel Glück, desertierte in den letzten Kriegswirren und entkam der SS nur knapp.

Im Mai 1945 kehrte er wieder nach Heufeld zurück, brachte seine Lehre zum Automechaniker zu Ende. Dann trat Fanny in sein Leben und mit ihr ein viele Jahrzehnte andauerndes Glück. Die beiden kannten sich, seitdem sie 15 Jahre alt waren. 1955 schlossen sie den Bund der Ehe, aus der eine Tochter und ein Enkel hervorgingen.

Der Trauergottesdienst findet am Samstag, 12. Februar, um 10 Uhr in der Kirche St. Korbinian in Heufeld statt. Ihm schließt sich die Beerdigung im Friedhof zu Högling an.hoe/bjn

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