Rosenheim/Traunstein – Die 13 Kommunen des Energieeffizienz-Netzwerks Rosenheim-Traunstein erhielten kürzlich beim Online-Netzwerktreffen Anregungen zu einer ökologischen Energieversorgung für das Wohnen der Zukunft. Laut dem Klimaschutzgesetz „Generationenvertrag für das Klima“ soll Deutschland bis 2030 seinen Treibhausgas-Ausstoß um 65 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 verringern. Für den Gebäudesektor bedeutet das ein CO2-Minderungsziel von 43 Prozent. Um dies zu erreichen, muss ein Umdenken stattfinden – nicht nur auf Bundesebene, sondern auch in den Kommunen sowie bei jedem Bürger.
Beim achten Treffen des Kommunalen Energieeffizienznetzwerks Rosenheim-Traunstein informierten sich die Teilnehmer über Umsetzungsmöglichkeiten für Fotovoltaik (PV)-Anlagen in den Kommunen. David Schmidtner, Klimaschutzmanager der Gemeinden Bernau und Aschau sowie Vorsitzender der Bürgerenergie Chiemgau eG, ging in seinem Vortrag auf diese Anforderungen ein.
Die Wende
gestalten
Zudem stellte er die Bürgerenergie Chiemgau eG vor, eine 2017 von Bürgern für Bürger gegründete Genossenschaft, die gemeinsame Ziele zur Gestaltung der Energiewende in der Region Chiemgau umsetzt. „Die Energiewende soll in Bürgerhand umgesetzt werden“, so Schmidtner in Bezug auf den Zweck des Genossenschafts-Modells. Hierbei wird Energie als regionales Gut gesehen, an dem sich die Bürger finanziell beteiligen können, mitgestalten und dadurch Generationenverantwortung übernehmen. Schmidtner ist sicher: „Die Genossenschaft macht die Beteiligung der Bürger sehr leicht.“
Im Anschluss gab Klaus Gruber, Großkundenbetreuer der Naturstrom AG, den Kommunen Antworten auf die entscheidende Frage: „Wie können Gebäude und Quartiere für gutes Klima sorgen?“ Hier setzt die Naturstrom AG auf „saubere Energie“, wovon „in unseren Städten viele Möglichkeiten schlummern“, wie Gruber aufzeigte, zum Beispiel aus Sonne, Luft, Abwasser, Erdwärme, Flusswasser, Gewerbeabwärme oder Biomasse-Abfälle. „Jede Kilowattstunde, die man nicht aus dem öffentlichen Netz beziehen muss, wird der Kommune guttun.“
Modell für
Mieterstrom
In Bezug auf seine Kernaussage, dass die Gebäude der Zukunft ihre Bewohner mit vor Ort erzeugter Energie versorgen, stellte Gruber das Mieterstrommodell vor. Dieses bildet durch die Eigenerzeugung von Energie durch PV-Anlagen und ein Blockheizkraftwerk innerhalb eines Wohnquartiers – gegebenenfalls kombiniert mit Stromspeichern oder einer Ladeinfrastruktur – die Grundlage für eine nachhaltige Quartiersversorgung.