Den Fußspuren Gottes folgen

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

„Nur zwei Dinge auf dieser Welt sind uns sicher: Der Tod und die Steuer.“ Benjamin Franklin hat das gesagt und die These ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Tatsächlich gibt es wenige Sicherheiten, auf die wir uns in diesem Leben zu hundert Prozent verlassen können.

Wenn in unserer unruhigen Welt wieder einmal alles aus den Fugen gerät, können wir dennoch auf eines bauen: Die Sonne geht an jedem Morgen neu auf. Und zwar verlässlich, auch wenn ich ihre Strahlen durch die grauen Wolken hindurch nicht an allen Tagen sehen kann. Mich begleitet oft ein Gedanke von Pater Rupert Mayer, der gemeint hat: „Die Natur ist nur eine Fußspur Gottes und wie muss Gott erst sein, wenn die Natur nur ein Abdruck seines Fußes ist.“

Besonders wenn der Winter seinem Ende zugeht, lassen mich die „Fußspuren Gottes“ in den ersten blühenden Lebenszeichen aufleben, in denen ich den kommenden Frühling erahnen kann. In der Bibel fasziniert mich immer wieder, wie sich für Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten in der Begegnung mit Jesus eine neue „Lebensspur“ auftut. Für manche eröffnet sich ein völlig neuer Weg, der vorher in eine Sackgasse geraten war.

Glauben heißt für mich eben gerade nicht, mit Scheuklappen naiv und blind durch die Welt zu laufen und nur auf die fadenscheinigen „Sicherheiten“ dieser Welt zu setzen. Am Ende dürfen wir uns zumindest eines sicher sein: Wir können die Fußspuren der Liebe Gottes in unserem eigenen Leben entdecken und ihnen folgen. Wenn wir Gott eine Chance geben, wird er uns dort auch begegnen.

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