Das Leid der Kriegsopfer im Blick

von Redaktion

Helferkreis Ternopil plant Transporte in die Krisenregion Ukraine

Rosenheim – Der Krieg hat ihnen ihr Zuhause genommen: Unzählige Frauen und Kinder sind in der Ukraine auf der Flucht. Viele einzig mit ein paar wenigen Habseligkeiten bepackt. Sie flüchten übers Land, von Ost nach West. Eine Region, die nun zum Zufluchtsort wird, ist Ternopil im Südwesten der Ukraine. Dort zögerte man nicht lange, öffnete sämtliche Kirchen und kirchlichen Gebäude – und versucht, die Menschen, so gut es geht, zu versorgen.

Doch Ternopil selbst ist alles andere als reich – weshalb nun ein Hilferuf die Region Rosenheim erreichte, zu der man seit Jahrzehnten eine enge Verbindung hat. Der Anker in die Region: der Helferkreis für die Diözese Ternopil, gegründet 2000 auf Frauenchiemsee. Für dessen Vorsitzende Katharina Schmid aus Osterkam (Rohrdorf) und ihr Team war schnell klar: Wir wollen helfen.

Krisentreffen
am Sonntag

Gesagt, getan: Samstag ging der Hilferuf ein, am Sonntag kam der Helferkreis zur Krisensitzung zusammen, Montag ging das Team in die Organisation. Was am dringendsten benötigt wird: Baby- und Kleinkindernahrung sowie Windeln und Hygienemittel. Des Weiteren wird Verbandsmaterial, Fieber- und Schmerzmittel, Desinfektionsmittel etc. für Verwundete gebraucht. „Vor allem Frauen mit Babys und kleinen Kindern kommen an, sie brauchen unsere Hilfe“, beschreibt Katharina Schmid die Situation.

Sie selbst war mit ihrem Helferkreis in den vergangenen Jahren mehrmals in der Ukraine, zuletzt 2018. „Wenn man die Gegend kennt und beim Aufbau unterstützt hat, ist es umso erschütternder, wenn man die Bilder sieht, die einen jetzt erreichen“, sagt die Helferkreis-Vorsitzende. „Hier wird jahrelange Aufbauarbeit zunichte gemacht.“

Die Region selbst ist Schmid zufolge aktuell noch kein Ziel von Angriffen. Der Südwesten des Landes scheint noch verschont zu sein. Nur wie lange noch? Das fragen sich Katharina Schmid und ihre Mitstreiter mit bangen Blicken auf ihre Handys, wenn Nachrichten aus dem Freundes- und Bekanntenkreis rund um Ternopil eingehen. „Der Flughafen, auf dem wir 2018 gelandet sind, wurde bereits zerstört“, berichtet die Rohrdorferin.

In der Region Ternopil treffen währenddessen laufend Flüchtlinge ein: Frauen mit Babys, Kinder, selbst ein kleines Mädchen im Rollstuhl fand Zuflucht in den Einrichtungen der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche. Sie werden mit dem Nötigsten versorgt, aber auch Spielzeug und Malbücher gibt es, sofern vorhanden, um sie von den furchtbaren Geschehnissen abzulenken. In Rohrdorf und Umgebung steht man währenddessen in den Startlöchern, um baldmöglichst mit einem ersten Hilfstransport starten zu können. „Wenn alles klappt, wollen wir am Mittwoch mit einer ersten Ladung losfahren“, sagt Katharina Schmid. Das Ziel: Knapp 1400 Kilometer entfernt, über die Slowakei soll es an die Grenze zur Ukraine gehen. Dort sollen Abgesandte der Diözese Ternopil die Hilfsgüter in Empfang nehmen – und dann weiter durch die Karpaten bis an den Zielort bringen. „Wir planen, die Waren an der Grenze zu übergeben, weil wir nicht wollen, dass unsere Helfer durchs Kriegsgebiet fahren“, erklärt die Organisatorin. Hilfstransport Nummer 2 soll dann am Wochenende folgen.

Die erste Hilfsladung, die möglichst schnell die Krisenregion erreichen soll, will der Verein aus eigener Kasse finanzieren. Für weitere Transporte erhofft sich der Helferkreis Geldspenden – „um zielgerichtet Konserven, Babynahrung und Windeln einkaufen zu können“, erklärt Katharina Schmid. Die Bankverbindung: „Helferkreis für die Ukraine“ – IBAN DE 44 7115 0000 0000 0535 38, SWIFT-BIC BYLADEM1ROS. Was die Organisatorin aber unterstreicht: „Wir können garantieren, dass die Sachen wirklich auch dahin kommen, wo sie gebraucht werden.“

Transporter und
Fahrer gesucht

Des Weiteren benötigt der Helferkreis noch weitere Unterstützung bei den geplanten Transporten. „Wir suchen passende Fahrzeuge wie Transporter oder einen kleinen Lkw, der zur Verfügung gestellt werden kann und auch Fahrer, die bereit wären, die Fahrt anzutreten“, sagt Katharina Schmid.

Als Ansprechpartner seitens des Helferkreises stehen zur Verfügung: Vorsitzende Katharina Schmid, Telefon 08032/5578, E-Mail Schmid-Rohrdorf@t-online.de, und Fritz Tischner, stellvertretender Vorsitzender, Telefon 08032/988123, Mail fritz.tischner@web.de.

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