Rohrdorf/Rosenheim – Die Zahl der ausgebildeten Frauen in der Landwirtschaft nimmt stetig zu. Bei dem diesjährigen Forstwettbewerb in Rohrdorf, der fester Bestandteil der landwirtschaftlichen Ausbildung ist, nahmen neben Theresa Dettendorfer weitere fünf Frauen und 24 Männer teil.
Unterstützung
durch die Kollegen
Laut Theresa Dettendorfer ist es sehr angenehm, in einem bisher männerdominierenden Beruf als Frau die Ausbildung zu machen. Meist sei das Ganze viel unkomplizierter, als in den klassischen Frauenberufen. Die männlichen Berufskollegen unterstützen, wo Bedarf ist, trauen aber einer Frau auch viel zu, so die Erfahrungen der jungen Frau. Große Maschinen sind damit mittlerweile nicht mehr nur in Männerhand.
Theresa Dettendorfer macht derzeit die Ausbildung zur Landwirtin im Landkreis Rosenheim. Sie selbst hat bereits früher eine Ausbildung zur Hotelkauffrau absolviert. Auf die Frage, warum sie sich zu dieser Ausbildung entschieden hat, gibt es für sie nur eine Antwort: „Die Arbeit in der Landwirtschaft macht sehr viel Spaß. Der Alltag in der Landwirtschaft ist sehr abwechslungsreich, man ist viel draußen, arbeitet mit Tieren und jeder Tag bietet neue Herausforderungen.“
Dettendorfer hat sich während der Corona-Pandemie dazu entschieden, diese zweite Lehre zu durchlaufen. Sobald sie mit der Ausbildung fertig ist, möchte sie auf dem elterlichen Betrieb mitarbeiten und sich im Anschluss in der Landwirtschaftsschule zur staatlich geprüften Wirtschafterin für Landbau weiterbilden.
Der Beruf des Landwirtes ist auch für jemanden interessant, der selbst keinen landwirtschaftlichen Hof zu Hause hat. Immer mehr Betriebsleiter suchen händeringend gut ausgebildete Fachkräfte, weil sie die Arbeit nicht mehr allein bewältigen können. Ebenso sind im vor- und nachgelagerten Bereich ausgebildete Landwirte verstärkt gesucht.
Jugendliche auf der Suche nach ihrem „Traumberuf“ haben in Bayern die Wahl zwischen über 300 dualen Ausbildungsberufen. Dazu gehören auch die 15 sogenannten Grünen Berufe im Agrarbereich und der Hauswirtschaft: Dazu zählen zum Beispiel Landwirt, Forstwirt, Gärtner, Hauswirtschafterin oder auch der Fischwirt.
Ganz gleich, ob es die Arbeit mit Menschen, Tieren und Pflanzen ist, die Herstellung von Nahrungsmitteln wie Milch, Wein, Honig oder Fleisch, oder die Bedienung modernster digital unterstützter Technik, ob es um labortechnisches Know-how geht oder darum, die Qualität der landwirtschaftlichen Produkte zu sichern oder um den Schutz unserer Wälder – die Grünen Berufe bieten für uns und unsere Umwelt bedeutende und zukunftsfähige Perspektiven.
Derzeit lernen fast 5000 Auszubildende in Bayern einen Grünen Beruf und bereiten sich auf die Aufgaben in ihrem Traumberuf vor. Besonders beliebt ist derzeit der Beruf des Gärtners mit 2224 Auszubildenden und des Landwirts mit 1199 Auszubildenden.
Im Landkreis Rosenheim gibt es derzeit rund 100 Auszubildende vom ersten bis zum dritten Lehrjahr in der Landwirtschaft. Die Ausbildung in einem Grünen Beruf ist nach Angaben der Ausbilder überwiegend praktisch und spricht besonders Jugendliche an, die Spaß am Arbeiten im Team, in und mit der Natur und am Umgang mit moderner Technik haben.
Informationen
durch das AELF
Jugendliche mit Interesse an einer Ausbildung können sich mit Fragen an das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Rosenheim wenden. Am AELF unterstützt Christian Tegethoff die Auszubildenden bei allen Fragen rund um die Berufe der Landwirtschaft.