„Was steht ihr da und gafft nach oben?“

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

„Wir haben Gottes Spuren festgestellt auf unseren Menschenstraßen.“ So lautet der Anfang eines Liedes, das mich seit meiner Jugendzeit begleitet. Dieser Satz ist mir im Lauf der Jahre auch zur Gewissheit geworden. Selbst wenn Gott verborgen bleibt, sichtbar sind immer und überall seine Wunder in der Natur. Gottes Spuren sind für mich aber genauso erkennbar in den Menschen, die sich seit 2000 Jahren von der Liebe und der Botschaft Jesu haben inspirieren lassen. Freilich gibt es hier auch viele dunkle Schatten, aber nicht einmal diese können verdecken, wie viel Wunderbares Christen bewegt und hervorgebracht haben. Der morgige Festtag Christi Himmelfahrt, dessen Sinn oft nicht mehr verstanden wird, verweist geradezu auf die Geschichte, die damals nach Ostern nicht beendet war, sondern danach noch zu einer Vollendung kommt. In der biblischen Lesung aus der Apostelgeschichte steht an diesem Festtag aber ein spannender und interessanter Satz. Als den Freunden Jesu klar wird, dass dieser für sie jetzt im wahrsten Sinn des Wortes nicht mehr greifbar ist, da sagen zwei Engel: „Ihr Männer, was steht ihr da und gafft nach oben?“ Nicht der Blick nach oben ist gefragt, sondern der Blick in die Welt! Die Jünger sollen nicht mehr dem Vergangenen nachtrauern, sondern vorausschauen. Der auferstandene Jesus „fährt“ nicht nach oben, sondern in die Herzen der Menschen, die sich für ihn öffnen. An der Aussage und am Auftrag von Christi Himmelfahrt, dass wir hier auf Erden in die Spuren Jesu hineinsteigen sollen, hat sich seitdem nichts geändert.

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