Vor Kurzem bin ich bei einem Vortrag in der Pause gegangen. Das ist zugegeben nicht besonders höflich, aber zumindest waren so viele da, dass meine Verabschiedung „auf Französisch“ niemandem aufgefallen ist. Es war dort kaum mehr auszuhalten, weil der Redner zuvor zwar eine volle Stunde gesprochen hatte, aber am Beginn der Pause niemand auch nur einen einzigen Satz aus dem Inhalt wiedergeben konnte. Hier hat sich wieder einmal gezeigt, dass „Reden“ und „wirklich etwas sagen“ zwei verschiedene Dinge sind.
Für inhaltsloses Gewäsch habe ich noch Verständnis, wenn Politiker nach einer internen Besprechung von Journalisten in die Enge getrieben werden oder ein armer Fußballtrainer nach einem verlorenen Spiel dieses noch einmal unnötig kommentieren soll. Bei einem Vortrag, auf den ein Referent sich vorbereitet, sollte aber doch ein Inhalt drin sein.
Am Evangelium fasziniert mich, dass Jesus immer sehr schnell auf den Punkt kommt. In einem Gleichnis oder nur in einem Satz ist alles gesagt. Oft unbequem und so, dass es sich reibt, dafür aber mit Inhalt, klar und einfach. An Pfingsten hat diese Wortkraft vor 2000 Jahren auch seine Freunde erfasst. Sie werden von allen verstanden, selbst von denen, die eine andere Sprache sprechen.
In unserer Verkündigung haben wir uns als Christen heute daran zu messen. Bei oben genanntem Vortrag bin ich in der Pause übrigens gegangen, weil der Notruf auf dem Handy mich zu einem plötzlichen Sterbefall gerufen hat. In der Begleitung der Trauerfamilie war meine Zeit im Sinne Jesu auch besser verwendet.