In einer Geschichte erzählt der Jesuit Anthony de Mello, dass Gott beschloss, der Erde einen Besuch abzustatten. Also schickte er zuvor einen Engel hinunter, um zu sehen, wie dort die Lage sei. Der Engel kehrte zurück und berichtete: „Die meisten haben nicht genug zu essen, und viele sind arbeitslos.“ Da sagte Gott: „Dann werde ich in der Form von Nahrung für die Hungernden erscheinen und als Arbeit für die Arbeitslosen.“
In dieser Geschichte des Mystikers klingt an, was ich auch meinen Kommunionkindern zu erklären versuche: Die Gegenwart Gottes im Brot der Eucharistie kann man nie mit dem Kopf allein, sondern wirklich ganz nur mit der Kraft des Herzens verstehen. Gott verschenkt sich aus der Mitte seiner Liebe heraus. Bei der Erstkommunion habe ich die Kinder deshalb zuerst einen realen Brotlaib zum Altar tragen lassen, und sie haben das mit besonderer Ehrfurcht getan.
Wenn derzeit in der Ukraine die Kornkammer Europas zerschossen wird, bekommt die Kostbarkeit unserer Nahrungsmittel vielleicht für uns alle wieder einen anderen Stellenwert. Für ein Leben in Fülle braucht es trotzdem immer noch mehr. Das Mahl im Gottesdienst dient nicht der körperlichen, sondern einer seelischen Sättigung. Ich beobachte, auch hier sind die Sehnsucht und der Hunger in unseren Breiten größer wie nie zuvor.
In der Kommunion wird uns „nur“ ein kleines Stück Brot in die Hand gegeben, damit wir damit leben, lieben und zur Nahrung werden für andere. Aus diesem Grund tragen wir an Fronleichnam dieses Brot wieder dankbar durch unsere Straßen.