Aschau – Das Landratsamt Rosenheim hat den Ausbau der Kampenwandseilbahn in Aschau genehmigt. Anstelle der bunten Viererkabinen ist eine kuppelbare Achter-Kabinenbahn geplant. Während der Betreiber der Kampenwandseilbahn, Eric Zbil, im Zuge des Genehmigungsverfahrens von einer maßvollen Erneuerung der Bahn sprach, kritisierten Naturschützer den Ausbau, da sie unter anderem einen Besucheransturm befürchten.
Projekt entspricht
Erfordernissen
Das Landratsamt Rosenheim kommt als genehmigende Behörde zu dem Schluss, „dass das geplante Projekt unter den Gesichtspunkten der Umweltverträglichkeit allen gesetzlichen Erfordernissen entspricht“.
Die Entscheidung der Behörde über den Ausbau der Seilbahn hat sich über das gesamte vergangene Jahr gezogen. In diesem „umfangreichen Genehmigungsprozess“, wie es in der Pressemitteilung des Amtes heißt, habe die Behörde geprüft, „ob die Änderungen den Voraussetzungen für den Bau und Betrieb der beantragten Achter-Kabinenbahn entsprechen“. Dazu gehöre eine Umweltverträglichkeitsprüfung, die mit jedem Änderungsantrag angepasst worden sei. Zudem habe das Landratsamt alle zuständigen Behörden sowie verschiedene Naturschutzorganisationen beteiligt. Die Gemeinde Aschau durfte sich ebenfalls zur geplanten Erweiterung äußern. Dort stimmte der Gemeinderat bereits 2016 für den Ausbau.
Edda Weimann, Grünen-Gemeinderätin aus Aschau und Mitbegründerin der Petition „Rettet die Kampenwand“, zeigt sich enttäuscht über die Entscheidung des Landratsamtes: „Wir befinden uns in einer existenziellen Klimakrise und einem drohenden Klimazusammenbruch, was der letzte Weltklimareport sehr deutlich mit der roten Warnstufe zeigt“. Mit der Bürgerinitiative (BI) haben Weimann und ihr Mann über 6000 Unterschriften gegen den Ausbau gesammelt. Diese will sie an Landrat Otto Lederer übergeben und ihm „damit visuell das Anliegen der Menschen, die Natur zu schützen“, zeigen. Die Bürgerinitiative will nun zusammen mit dem Bund Naturschutz klagen.
Das Landratsamt stuft den geplanten Ausbau für die Natur als unbedenklich ein. „Beeinträchtigungen einzelner Schutzgüter können im Rahmen der Projektdurchführung durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen kompensiert werden“, heißt es in der Pressemitteilung.
Erci Zbil, Geschäftsführer der Kampenwandseilbahn, zeigt sich erfreut, dass das Landratsamt nun grünes Licht für das Projekt gegeben hat. Die Bedenken gegen das Projekt nimmt er wahr. „Den Vorstellungen der Unteren Naturschutzbehörde sind wir gerne nachgekommen. Insbesondere die zahlreichen Maßnahmen zum Schutz des Birkwilds sowohl während der Bauphase als auch des späteren Betriebs waren auch meiner Familie und mir ein wichtiges Anliegen“, sagt Zbil.
Auch bei den umstrittenen abendlichen Veranstaltungen habe man einen Kompromiss gefunden. Die bisherige Anzahl und der gewohnte Umfang bleiben gleich. „Der bisherige familiäre und regionale Charakter der Bahn bleibt vollständig erhalten“, verspricht Zbil.
Markenbotschafter
für den Tourismus
Herbert Reiter, Leiter der Tourist Info Aschau, steht dem Projekt ebenfalls positiv gegenüber. Die Kampenwandseilbahn sei ein Markenbotschafter für Aschau und wirke sich positiv auf den Tourismus aus. Gerade der barrierefreie Ausbau sei wichtig, so Reiter.
„Wir ziehen deswegen keinen neuen Tourismus in Aschau auf. Die bestehende Seilbahn präsentiert sich künftig nur zeitgemäß und im Sinne der Inklusion“, sagt er.