Ausverkauf bei den Stars

von Redaktion

Besitztümer von Siegfried und Roy unter dem Hammer

Rosenheim – Eine Elefantenstatue für 15300 Euro, ein Fotoalbum für 22000 Euro und ein Polstersessel mit Leopardenmuster für knapp 2200 Euro: Nach dem Tod des Zauber-Duos Siegfried Fischbacher und Roy Horn wurden jetzt Hunderte von Erinnerungsstücken im US-Bundesstaat Kalifornien versteigert. Nur die Familie hatte darüber niemand in Kenntnis gesetzt. Ein Gespräch mit Siegfrieds Großnichte, Jennifer Fischbacher.

Haben Sie die Versteigerung verfolgt?

Wir haben erst relativ spät von der Auktion erfahren. Aber nein, ich habe mir die Versteigerung nicht angesehen. Das hätte mir zu sehr wehgetan. Aber ich muss sagen, dass es manchmal auch ganz gut ist, dass Ganze ruhen zu lassen. Ansonsten wäre es zu aufwühlend und letztendlich können wir daran sowieso nichts mehr ändern.

Wie fühlt es sich an, dass die Familie über die Auktion nicht in Kenntnis gesetzt wurde?

Was soll ich dazu sagen. Ich finde es traurig. Aber ich habe mit der gesamten Situation auch meinen Frieden geschlossen. Ich hoffe jetzt einfach, dass das Geld, das eingenommen wurde, auch dort ankommt, wofür es die beiden vorgesehen hatten. Schon zu Lebzeiten lagen ihnen die Stiftung und zahlreiche Organisationen sehr am Herzen. Es war immer der Wille von Siegfried und Roy, dass die Stiftung weiter besteht. Und ich hoffe, dieser Wille wird berücksichtigt. Und natürlich würde ich mich darüber freuen, wenn die Gegenstände jemand ersteigert hat, der ein großer Fan der beiden gewesen ist.

Es muss auf jeden Fall ein Fan mit viel Geld gewesen.

Das stimmt. Und deswegen weiß ich auch nicht, ob das alles unbedingt Fans sind. Ich befürchte, dass unter den Menschen, die die Gegenstände ersteigert haben, auch jene sind, die die Dinge für noch mehr Geld weiterverkaufen. Während der Versteigerung wurden zum Teil Preise aufgerufen, die sich der normale Fan überhaupt nicht leisten kann. Das habe ich später in diversen Artikeln gelesen. Aber wenn Siegfried und Roy es tatsächlich so gewollt haben, dann ist das auch völlig legitim. Ich will da überhaupt keine Ansprüche stellen.

Wissen Sie, was alles versteigert wurde?

Ich glaube, dass bei der Versteigerung so gut wie alles unter den Hammer gekommen ist. Los ging es, soweit ich weiß, mit ihren Fahrzeugen. Die alten Rolls-Royce gingen relativ schnell weg. Aber so genau weiß ich das auch nicht, weil wir darüber überhaupt keine Informationen erhalten haben.

In einer idealen Welt: Was hätte Ihrer Meinung nach mit den Besitztümern passieren sollen?

Ich hätte es schöner gefunden, wenn es ein Museum gegeben hätte. Sei es in Las Vegas oder eben in Rosenheim. Dann hätten alle etwas davon gehabt. So gehen die Gegenstände jetzt an irgendwelche privaten Hände. Aber so ist es halt.

Hätten Sie selbst gerne etwas von den Beiden gehabt?

Ich habe ja die Erinnerungen und die Zeiten, die wir gemeinsam verbracht haben. Das ist am Ende viel mehr wert. Und ich habe ja auch einige Erinnerungsstücke.

Zum Beispiel?

Ich habe eine schöne Perlenkette, die ich zu meiner Hochzeit damals von Roys Mutter bekommen habe. Das sind Dinge, die den Wert der Erinnerung haben. Da geht es überhaupt nicht ums Materielle, sondern um den Moment. Da habe ich meine Freude dran.

Und seit einiger Zeit hängt auch ein Bild von Siegfried und Roy bei Ihnen zuhause.

Ja, das habe ich geschenkt bekommen. Im Zuge der Ausstellung im Rosenheimer Ballhaus hat mich ein Münchener angeschrieben, der die beiden von einem Berliner Künstler hat malen lassen. Das Bild wollte er eigentlich nach Roys Tod Siegfried schenken. Aber aufgrund der Pandemie sei das nicht möglich gewesen. Deswegen hat er sich jetzt dazu entschieden, dass Bild der Familie zu geben. Und das habe ich bekommen und bei mir aufgehangen. Es gefällt mir wahnsinnig gut. Da habe ich mich sehr drüber gefreut. Es war etwas Unerwartetes, mit dem ich nicht gerechnet habe.

Wissen Sie, was jetzt mit dem Grundstück von Siegfried und Roy passieren soll?

Nein. Über Dritte habe ich erfahren, dass bereits damit begonnen wurde, es abzureißen. So soll beispielsweise die Halle, wo sie ihre ganzen Showgüter aufbewahrt haben, schon weg sein.

Interview: Anna Heise

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