Mit leichtem Gepäck unterwegs

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

Bei meiner ersten Alpenüberquerung vor einigen Jahren habe ich noch einen großen Fehler gemacht: Ich hatte zu viel Gepäck dabei. Um für wirklich alles gerüstet zu sein, hatte ich meinen großen Rucksack zu voll gepackt. Während meine Kollegen mit weniger Gepäck auch leichtfüßiger unterwegs waren, musste ich meinen schweren Rucksack von einer Hütte zur nächsten schleppen. Ein Fehler, der nur beim ersten Mal passiert.

Man kommt tatsächlich mit viel weniger Ausrüstung aus. Trotzdem muss gut überlegt eingepackt werden. Auf dem Gletscher braucht man zum Sonnenschutz manchmal auch im Juli die warmen Handschuhe. Und wer nicht genug Wasser dabei hat, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern damit auch die anderen.

Wenn Jesus seine Jünger auffordert, auf dem Weg zu allen Völkern ohne Geldbeutel, Vorratstasche und Schuhe aufzubrechen, ist das dann nicht zu kurz gedacht? So werden sie auf ihrem Weg sicher nicht weit kommen! Es geht Jesus aber um mehr, als nur um eine simple Packliste für die nächste Rucksacktour. Nicht mit ihrem angesammeltem Wissen und Selbstabsicherung sollen sie sich auf den Weg machen, sondern mit innerer Überzeugung und einem Grundvertrauen.

Die Zahl der Kirchenaustritte zeigt mir, dass viele Menschen diese authentische Glaubwürdigkeit in den Kirchen heute vermissen. Es braucht Seelsorger, bei denen man spürt, dass in ihnen noch ein Feuer brennt. Mutter Teresa hat es einmal so gesagt: „Früher habe ich gedacht, ich müsse die Menschen bekehren. Jetzt weiß ich, ich muss lieben und die Liebe bekehrt, wen sie will.“

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