Halfing – Am frühen Mittwochnachmittag drang ein 53-Jähriger in ein Wohnhaus im Gewerbegebiet „Am Graben“ in Halfing ein – und verletzte dabei zwei Personen zum Teil schwer. Erst das SEK konnte die Situation beenden (wir berichteten). Im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen berichtet ein Augenzeuge von der Tat und auch der Rettung der Verletzten.
53-jährige Frau
schwer verletzt
Zahlreiche Polizeibeamte der umliegenden Polizeiinspektionen rückten am Mittwochmittag zu einem großen Einsatz im Osten der Gemeinde Halfing aus. Wie sich vor Ort herausstellte, war ein 53-jähriger Mann dort in ein Wohnhaus eingedrungen und hatte zwei Bewohner verletzt: Eine ebenfalls 53-jährige Frau erlitt dabei schwere bis sehr schwere Verletzungen, ihr 67-jähriger Ehemann kam glücklicherweise mit leichten Blessuren davon. „Der Mann wurde im Anschluss ambulant behandelt. „Die Frau wurde bei dem Angriff schwer verletzt und befindet sich auch aktuell noch in einem Krankenhaus zur Behandlung“, erklärt Martin Emig vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Donnerstag.
Im direkten Umfeld des Tatorts treffen wir einen Mann, der auch am Mittwochmittag unmittelbar vor Ort war. Er berichtet von den Vorkommnissen: „Und plötzlich war da ein lauter Schrei. Wir wussten erst gar nicht, was überhaupt passiert war“, so der Mann, der die Vorgänge hautnah miterlebt hat. Den Ursprung des Lärms habe er zusammen mit zwei weiteren Männern sehr schnell ausmachen können. Man habe sich umgehend in Richtung des Hauses in Bewegung gesetzt – vor Ort präsentierte sich ein schrecklicher Anblick: „Ich bekomme jetzt noch richtige Gänsehaut, wenn ich daran denke.“
Im Haus sei den drei Männern sofort klar gewesen, dass es zu einem gewalttätigen Angriff gekommen war: „Er (der 67-jährige Ehemann; Anm. d. Red.) lag da schon auf dem Boden, niedergeschlagen. Wir sind also rein und haben dann auch die Frau gefunden“, erinnert sich der Augenzeuge. Während einer der drei Männer augenblicklich die Polizei verständigte, packten die anderen beiden direkt an. „Wir haben sie dann rausgezogen, der Täter ist uns hinterher“, berichtet der Retter mit zittriger Stimme.
Tür mit aller
Kraft zugehalten
Man habe versucht, dem Täter den Weg zu versperren, habe die Tür des Hauses mit aller Kraft zugehalten, bis der Angreifer letztendlich kurz von ihnen abgelassen habe. „Dann sind wir weg. Wenige Minuten kommen einem dann vor wie Stunden“, so der Zeuge gegenüber den OVB-Heimatzeitungen weiter. Zuletzt seien auch schon die Polizei und der Rettungsdienst eingetroffen.
Mit Kräften aus Prien sowie aus Rosenheim, einem separaten Einsatzzug und am Ende auch Beamten des SEK brachte die Polizei die Lage in Halfing sehr zügig unter Kontrolle. Laut Stefan Sonntag vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd waren rund 80 Beamte in der Spitze im Einsatz. Da zwischenzeitlich nicht ausgeschlossen werden konnte, ob sich noch weitere Personen im Haus befanden, entschied sich die Polizei zur Alarmierung der Sondereinsatzkräfte. Und auch eine mögliche Bewaffnung des Angreifers stand zunächst im Raum: „Ich meine, ich hab da auch ein Messer gesehen“, ganz sicher war sich der Augenzeuge auf Nachfrage allerdings nicht.
Psychische
Ausnahmesituation
„Der 53-jährige Mann wurde anschließend in eine Fachklinik eingewiesen. Die Kriminalpolizei hat umgehend die Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes übernommen. „Im Weiteren wird wohl auch die Staatsanwaltschaft schuldausschließende Gründe zu prüfen haben“, ergänzt Polizeisprecher Martin Emig. Und auch der Augenzeuge in Halfing ist sich sicher, dass sich der 53-Jährige zum Tatzeitpunkt in einer psychischen Ausnahmesituation befand: „Er hat rumgeschrien und auch seine Kleidung ausgezogen.“
Die Hintergründe der Tat in Halfing bleiben vorerst auch weiterhin im Dunkeln. Laut Augenzeuge sei der 53-Jährige aber durchaus in der Nachbarschaft bekannt gewesen. „Der war früher öfter hier, Ex-Freund der Tochter oder so. Da ist aber schon seit Jahren Schluss“, erinnert sich der Retter im Gespräch. Die Polizei hält sich diesbezüglich bedeckt und verweist auf die noch laufenden Ermittlungen.