Martin Weinzierl ist wieder Vorsitzender

von Redaktion

Neu gegründeter Verdi-Ortsverein Rosenheim erhält neuen Zuschnitt – Coronabedingt nur wenige Treffen

Rosenheim Martin Weinzierl ist der Vorsitzende des neuen Verdi-Ortsvereins Rosenheim für die Fachgruppen Druck, Verlage, Papier und Industrie sowie Medien und die meisten kulturellen Sparten. Diese Neugründung wurde nötig, da die Organisationsstrukturen bei der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi neu geordnet werden. Es war die erste Versammlung der Fachgruppen des neuen Verdi-Fachbereichs A. Darin sind Finanzdienste, Kommunikation und Technologie, Kultur, Ver- und Entsorgung zusammengeschlossen. Martin Weinzierl vom Oberbayerischen Volksblatt hatte aber sein Amt quasi schon vorher als Vorsitzender des Verdi-Fachbereichs Medien und Papierverarbeitung im Bereich Rosenheim inne.

Bei den Neuwahlen wurde Zoran Cvijic (Firma Sengewald) als Stellvertreter gewählt. Neuer Kassier ist Jens Kirschner (OVB), Mitglieder im Beirat sind Raimund Feichtner (OVB) und Mustafa Sari und Reinhold Bertleff (beide Sengewald). Weiter wurden die Delegierten für die weiteren Verdi-Gremien bestimmt. Martin Weinzierl dankte Karin Zehentner für die Kassenführung des alten Ortsvereins in den vergangenen vier Jahren.

Für die Gewerkschaften sei es insgesamt keine einfache Entwicklung, sagte Weinzierl in seinem Rechenschaftsbericht. Zahlenmäßig sehe es im Bereich Rosenheim noch ganz gut aus. Ein großer Teil der Mitglieder sei aber relativ alt, die Zuwächse bei den jungen Berufseinsteigern seien gering. Probleme mache auch der strukturelle Wandel. „Tarifflucht allerorten“, kritisierte Weinzierl. Aber mit dem Tarif sei auch die Bedeutung und Erlebbarkeit der Gewerkschaft für den einzelnen Arbeitnehmer verbunden. Das OVB sei in der Region mittlerweile der einzige größere Tarifbetrieb in der Druckindustrie.

Weinzierl berichtete von zwei größeren Tarifkonflikten bei den Redakteuren und in der Druckindustrie. Mit Streiks und großem Streikdruck sei im Mai 2018 ein Abschluss mit 5,4 Prozent für 36 Monate und eine Verlängerung des Manteltarifvertrags um 24 Monate durchgesetzt worden. Heuer wurde wegen Corona schon nach drei Verhandlungsrunden ein Ergebnis mit 3,5 Prozent für zwei Jahre, aber dafür die wichtige Verlängerung des Manteltarifvertrags für weitere 36 Monate abgeschlossen. Noch bescheidener fielen die Abschlüsse bei den Redakteuren aus.

Schwierig sei es auch wegen Corona gewesen. In den vergangenen zwei Jahren seien die Sitzungen und Treffen auf das Notwendigste beschränkt und teilweise als Videokonferenzen abgehalten worden. Auch die Treffen für die Ehemaligen seien der Pandemie zum Opfer gefallen, so Weinzierl.

Der alte und neue Ortsvorsitzende bedankte sich bei den Mitstreitern im Ortsvorstand und allen Mitgliedern, die der Gewerkschaft die Treue gehalten haben. „Es ist auch in Zukunft wichtig, dass die Arbeitnehmer zusammenstehen und ihre Interessen mit Nachdruck vertreten, sagte Weinzierl. Zum Schluss beschloss die Versammlung auf Antrag von Ludwig Pertl, dass 2500 Euro aus dem Vermögen des Ortsverbands an die Ukrainehilfe gespendet werden.

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