München/Rosenheim – Von 361 zur Prüfung angetretenen Handwerkern, die im vergangenen Schuljahr die Meisterschulen am Ostbahnhof besuchten, haben 327 ihre Meisterprüfung bestanden. Die neuen Spitzen- und Führungskräfte des Handwerks erhielten jetzt ihre Zeugnisse. Die Meisterschulen am Ostbahnhof nehmen jedes Jahr 393 Schüler in acht Gewerken auf und bereiten sie innerhalb eines Jahres im Vollzeitunterricht auf alle vier Teile der Meisterprüfung vor. Aufgrund der Corona-Pandemie war auch in diesem Jahr keine Abschlussfeier im Alten Rathaus der Landeshauptstadt München möglich.
Das Durchschnittsalter der diesjährigen Meisterschüler liegt bei 24,1 Jahren. Die jüngste Meisterin ist 19, der älteste Meister wurde 1967 geboren. Über ein Drittel der Absolvierenden kommt aus dem Großraum München. Knapp 70 Prozent finanzierten ihre Weiterbildung über das Aufstiegs-BAFöG. 30 Prozent planen, sich früher oder später selbstständig zu machen. Im Einzelnen bestanden 108 Elektrotechniker, 29 Friseure, 23 Feinwerkmechaniker, 19 Informationstechniker, 92 Installateure und Heizungsbauer, 16 Landmaschinenmechaniker, 22 Metallbauer und 18 Zahntechniker ihre Meisterprüfungen.
In einer Feier wurden jüngst die Besten der 16 Klassen für ihre herausragenden Leistungen geehrt. Dieter Vierlbeck, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern, übergab zusammen mit dem Schulleiter, Oberstudiendirektor Georg Junior, die Zeugnisse und eine Anerkennungsurkunde. Junior beglückwünschte die Klassenbesten in ihrer Leistung als „Superelite“ der Schule.
Der stellvertretende HWK- Hauptgeschäftsführer Vierlbeck gratulierte ebenso und betonte die zukünftige Relevanz der Meisterausbildung für die Schüler „an einer der renommiertesten Meisterschulen ganz Deutschlands“. Der Meistertitel ermöglicht eine Vielzahl von Optionen: die Existenzgründung oder Übernahme eines Betriebes, eine Anstellung als hochqualifizierte Fachkraft, Weiterbildungsmöglichkeiten in Form des Betriebswirtes nach HWO oder auch ein Studium. Im Anschluss verglich er die Gründung eines Handwerkbetriebes mit einem Start-up-Unternehmen eines neuen Marktes und unterstrich die im Gegensatz dazu breitgefächerte Meisterausbildung, die nicht nur den fachlichen, sondern auch den betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und pädagogischen Bereich abdeckt.
Die drei Schulbesten erhielten zudem Preise des Freundeskreises der Meisterschulen. Das beste Schulabschlusszeugnis erhielt Elektrotechnik-Meister Thomas Augustin mit einem Notendurchschnitt von 1,07. Metallbau-Meister Anton Steinkohl belegte mit 1,08 den zweiten Platz. Den drittbesten Schnitt erzielte Informationstechnik-Meister Andreas Ruhland mit 1,18.