Gelassenheit und Zuversicht

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

Mit gewohnten Ritualen kommt man am Morgen gut in den Tag. Das ist allgemein bekannt. So wird der neue Tag positiv programmiert und unter ein Pluszeichen gestellt.

Mein Gebet beim Aufstehen ist allerdings meist sehr kurz, weil ich in der Früh meine Gedanken erst einmal sortieren muss. Trotzdem ist das Innehalten eine stille Minute, ohne die ich den Tag nicht beginnen kann und immer gefüllt mit einem Gedanken der Heiligen Edith Stein, deren 80. Todestag wir gestern gedacht haben. Am 9. August 1942 starb sie gemeinsam mit ihrer Schwester Rosa in der Gaskammer von Auschwitz.

Gemessen an den Jahrtausenden der Weltgeschichte, ist das nur einen Wimpernschlag her. In ihrer Jugend hatte sich Edith Stein das Gebet bewusst „abgewöhnt“. Später wird für die hochgebildete und promovierte Jüdin die Frage nach Gott und das Eintreten gegen religiöse Gleichgültigkeit zur zentralen Suche ihres Lebens.

Durch die Taufe Christin geworden, gilt Edith Stein heute als eine der Patroninnen Europas und als Brückenbauerin zwischen Juden- und Christentum. Eine kraftvolle und spirituelle Frau, an die ich mich mit ihrem „Gebet der Zuversicht“ erinnern will: „Ohne Vorbehalt und ohne Sorgen leg ich meinen Tag in deine Hand. Sei mein Heute, sei mein Morgen, sei mein Gestern, das ich überwand. Frag mich nicht nach meinen Sehnsuchtswegen. In deinem Mosaik bin ich ein Stein. Wirst mich an die rechte Stelle legen. Deinem Willen bette ich mich ein.“

Gelassenheit, Vertrauen und Zuversicht. Mehr braucht man am Morgen nicht für einen neuen Tag!

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