Technik-trifft-Umwelt-Camp begeistert Jugendliche

von Redaktion

13 Mädchen und zwei Buben erhalten einen Einblick in die naturwissenschaftliche Berufswelt an der TH Rosenheim

Rosenheim – „Wie passen Technik und Nachhaltigkeit zusammen?“ Diese Frage stand im Fokus des Technik-trifft-Umwelt-Camps der Bildungsinitiative „Technik – Zukunft in Bayern 4.0“ im Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft. 15 Jugendliche aus Bayern zwischen 14 und 17 Jahren blickten bei dem viertägigen Ferienprojekt an der TH Rosenheim und bei der Firma Kiefel in Freilassing in die technische Berufswelt.

„Umweltretter werden – Entwicklung von nachhaltigen polymerbasierten Materialien“ lautete der Projektauftrag an die 13 Mädchen und zwei Buben. Eine Einführung gab es durch Professor Dr. Nicole Strübbe von der Fakultät für Ingenieurwissenschaften. „Wichtig war zu verstehen, dass Kunststoffe eine sehr gute Ökobilanz haben können. Es geht um den richtigen Einsatz und eine optimale Wiederverwertung“, erklärte Strübbe.

Ein Alltag ohne Kunststoffe sei nicht vorstellbar und auch für das Gelingen der Energiewende seien sie unerlässlich. „Die Treibhausgasemissionen werden in vielen Anwendungen durch den Einsatz von Kunststoffen verringert und tragen beispielsweise signifikant zur Senkung des Energieverbrauchs und der Emissionen im Bau- und Verkehrssektor bei.“

Bei Praxiseinheiten lernten die Jugendlichen Arten der polymeren Verarbeitung kennen. So stellten sie einen kompostierbaren Blumentopf her. „Der verwendete Biokunststoff basiert auf Polymilchsäure und Aprikosenkern-Pulver“, so Strübbe.

Die Herausforderungen bestehen nach ihren Worten in der Weiterentwicklung von Recyclingsystemen und -möglichkeiten sowie in der Nutzung geeigneter biobasierter Rohstoffe zur Herstellung von Kunststoffen, welche nicht der Nahrungskette entnommen werden, sondern Abfallprodukte sind.

Bei der Abschlusspräsentation betonten die Teilnehmer das Vermeiden, Wiederverwenden und Wiederverwerten. „Ich hatte immer gedacht, dass Plastik grundsätzlich eher schlecht ist. Diese Meinung habe ich jetzt nicht mehr“, sagte Maximilian Lex aus Truchtlaching. Alina Bakir aus Erlangen freute sich, dass sie an Maschinen arbeiten durfte.

Ein Augenmerk lag bei dem Camp darauf, Mädchen für technische oder naturwissenschaftliche Studiengänge zu interessieren. Die Organisation lief daher in Abstimmung mit den Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten, denen Strübbe angehört. „Wir möchten junge Frauen dazu ermutigen, die klassischen Pfade bei der Studien- und Berufswahl im Vertrauen auf die eigenen Fähigkeiten zu verlassen“, so die stellvertretende Hochschulfrauenbeauftragte.

Artikel 1 von 11