„Landwirtschaft ist der größte Schatz“

von Redaktion

Festlicher Abend des Bauernverbands im Schloss Amerang mit vielen Ehrungen

Amerang – Ein Festabend des Bayerischen Bauernverbands (BBV) im Kreis Rosenheim, wie er nur alle fünf Jahre stattfindet: die Ehrung von ausgeschiedenen oder im Amt verbliebenen Ortsbäuerinnen und Ortsobmännern sowie von Kreisvorständen. Insgesamt rund 60 verdiente Mitglieder wurden vom BBV Rosenheim am Dienstagabend in Amerang ausgezeichnet.

Ausdruck der
Wertschätzung

„Ein Ausdruck der Wertschätzung in einem märchenhaften Schloss“: So äußerte sich der neue Kreisobmann Josef Andres als Nachfolger von Josef Bodmaier gleich zu Beginn der Versammlung mit insgesamt 130 geladenen Gästen. Es war eine Feier des BBV mit Blasmusik und Schweinsbraten, um vor allem Dank auszudrücken, weniger ein Podium für politische Statements.

Gleichwohl machten Kreisbäuerin Katharina Kern und Obmann Andres am Rande der Veranstaltung gegenüber unserer Zeitung auf manche Herausforderungen für den Bauernstand aufmerksam: „Wir werden ja gern, wenn es einen Skandal gibt, als Verursacher angeprangert“, so Kern. Zum Beispiel bei Wasserverunreinigungen. Sie beklagte zudem, dass sich Landwirte und Bevölkerung auseinandergelebt hätten. Deshalb müsse der Verband auf die Öffentlichkeit zugehen. Es gehe um das Miteinander. „Wir sind immer bereit, die Dinge besser zu machen“, so Kern.

Andres kritisierte die überbordende Bürokratie für die Landwirte. „Viele Richtlinien kommen von der EU, aber Deutschland legt immer noch einen drauf. Wir werden nicht locker lassen, dicke Bretter zu bohren.“ Gleichzeitig zeigte sich der neue Kreisobmann optimistisch im Blick auf die Unterstützung durch die Bevölkerung. „Ich glaube, der Großteil weiß sehr wohl, was er an unserer Landwirtschaft hat. Wir ernähren die Menschen mit sehr guten Nahrungsmitteln. Das ist das vorrangige Ziel.“ Im Übrigen sei die Landwirtschaft immer zu Neuerungen und zum Lernen bereit.

Baron Ortholf von Crailsheim, der Schlossherr, erinnerte das Publikum in seiner launigen Begrüßungsrede an die vielen Besonderheiten des altehrwürdigen Gebäudes, in dem auch Opern aufgeführt werden, betonte aber zugleich, wie schwierig es sei, einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb auf den insgesamt 400 Hektar Fläche aufrechtzuerhalten.

Bedeutung
des Ehrenamts

Elisabeth Mayerhofer, stellvertretende Bezirksbäuerin, stellte in ihrer Rede die Bedeutung des Ehrenamts in den Mittelpunkt. „Das Ehrenamt erfordert Zeit, Ausdauer und Verlässlichkeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.“ Ralf Huber, Bezirkspräsident des Bauernverbands in Oberbayern, lobte die BBV-Mitglieder für ihr Engagement im Verband. Der stellvertretende Landrat Josef Huber, Bürgermeister von Babensham, erklärte unter dem Beifall der Gäste: „Der größte Schatz, den wir haben, ist unsere Landwirtschaft.“

Ausgezeichnet mit Urkunden und Ehrennadeln vom Verband wurden anschließend Ortsbäuerinnen und Ortsobmänner, die lange Zeit im Amt gewesen waren – in den Kategorien fünf bis zehn Jahre, 15 Jahre, 20 Jahre, 25 Jahre, 30 Jahre und 40 Jahre – sowie mehrere Vorstandsmitglieder.

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