Der Wiesnigel Ignaz, der auch heuer für die OVB-Heimatzeitungen auf dem Herbstfest nach Besonderheiten und Anekdötchen sucht, wundert sich jedes Jahr aufs Neue über eine sonderbare Herbstfest-Arithmetik. Diesmal ist das nicht anders: 2022 finde das 161. Herbstfest statt, hieß es in mehreren Grußworten, Festreden und offiziellen Pressemitteilungen.
Aber das ist ein Schmarrn. Wenn es wirklich das 161. Herbstfest wäre, dann hätten wir ja 2021 die 160. und 2020 die 159. Wiesn feiern müssen. Doch gefeiert worden ist gar nix.
Richtig ist hingegen, dass die Geschichte des Rosenheimer Herbstfests 1861 begonnen hat – also vor 161 Jahren. Richtig ist auch, dass 2011 groß das 150-jährige Bestehen (oder der 150. Geburtstag) gefeiert wurde – nicht aber die 150. Wiesn. Weil Katastrophen, Kriege und Seuchen schon vor 2020 immer wieder für Zwangspausen gesorgt haben, findet 2022 „erst“ das 88. Herbstfest statt. 2034 wäre also die 100. Wiesn fällig, falls nun wieder ruhigere Zeiten kommen sollten.