Fast so alt wie das Herbstfest selbst ist der Zinnkrug von 1863, den Hubert Lohberger, Obermeister der Metzgerinnung Rosenheim, bei besonderen Anlässen gern einmal aus dem Schrank holt. Das Gefäß gilt als Symbol der Solidarität – und so kam auch Ministerpräsident Markus Söder nicht umhin, beim Weißwurstfrühstück in Lohbergers Metzgerei am Rosenheimer Salzstadel schon um 8 Uhr früh einen kräftigen Schluck Wasser aus dem geschichtsträchtigen Krug zu nehmen. Jetzt hofft Lohberger (rechts), dass die Prozedur Wirkung zeigt und sich Söder in Berlin besonders ins Zeug legt für die noch rund 1200 Metzgerbetriebe in Bayern mit 35000 Beschäftigten. Denn Nachwuchssorgen, Kostenexplosionen und Bürokratie machen den Metzgern im Freistaat schwer zu schaffen. Dabei liefern sie beste Qualität, wovon sich Söder mehrfach überzeugte: Erst ließ er sich am Salzstadel zwei Weißwürscht schmecken, Stunden später, nach dem Erntedankfest, dann ein saures Lüngerl im Flötzinger – ehe es im Auer zur Nachspeise noch Kas gab: beim fußballerischen Fachsimpeln mit Radioreporter-Legende Karlheinz Kas. Der Karlheinz habe bei seinen Übertragungen von Spielen des FC Bayern immer in der Champions-League mitgespielt – was man von einem „Glubberer“ wie Söder nicht behaupten könne, gab der Wiesnigel Ignaz noch seinen Senf zum Kas dazu. Fotos Schlecker/Ruprecht