Sprunghafter Anstieg der Fallzahlen

von Redaktion

Corona-Lage Gesundheitsamt sieht Herbstfest in Rosenheim als Viren-Hotspot

Rosenheim – Rummmms! So einen Sprung machten die Corona-Infektionszahlen in der Region Rosenheim selten. Von unter 200 am Dienstag auf fast 400 am Freitag schnellte die Inzidenzzahl der Stadt Rosenheim.

Dass dieser Sprung so groß ausfiel, hat seinen Grund nach Mitteilung des Landratsamts in einem technischen Fehler in der Übertragung von Daten aus einem Labor. Über Tage hinweg hinkte die Zahl der gemeldeten positiven PCR-Tests daher deutlich dem tatsächlichen Teststand hinterher.

Fehler bei der Datenübertragung

Besagter Datenfehler ist aber nicht schuld daran, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt Rosenheim demnächst die Marke von 400 reißen dürfte. Nicht zufällig steigen die Zahlen mit zunehmender Dauer des Herbstfestes in Rosenheim, heißt es vonseiten des Staatlichen Gesundheitsamts in Rosenheim. Dessen Chef Dr. Wolfgang Hierl legt sich fest: „Wir sehen einen klaren Zusammenhang.“

Das zeigten auch die Erfahrungen Dachaus und vor allem Straubings mit seinem Gäubodenfest. Noch sei es zu früh, um sich abschließend zu äußern oder gar die Wirkung auf Heime und Kliniken vorherzusagen. Dennoch: „Bierzelte und dichtes Gedränge in Menschenmassen sind Hotspots für Virusübertragungen.“

Die Zahlen geben ihm wohl recht: Im Vergleich zum Corona-Bericht von vor zwei Wochen sind die Zahlen in der Stadt Rosenheim von 160 auf 393 gestiegen, im Landkreis Rosenheim von 204 auf 280. zu beachten sei, dass in die Statistik der Fallzahlen nur positive PCR-Befunde eingehen, nicht aber Antigen-Schnelltests.

Zwei Menschen seien in den vergangenen zwei Wochen an oder mit Corona verstorben, heißt es im Corona-Bericht, beide seien in einem Heim betreut worden. Hierl appelliert an die Vernunft. Nur geimpft und mit negativem Test sollten die Menschen auf die Wiesn gehen, Vorerkrankte und Betagte sich den Besuch überhaupt überlegen. Wer Erkältungssymptome habe, solle die Wiesn überhaupt meiden.

Weiterhin sind die Krankenhäuser nur mäßig belegt. Was die Gesamtbelegung in der Region Rosenheim betrifft, sind die Zahlen sogar von 70 auf 60 gesunken, insgesamt werden sechs Menschen intensiv betreut (im August waren es acht). Allerdings stiegen zuletzt die Zahlen bei Romed abrupt: von 25 auf 30 Corona-Infizierten auf Normalstation innerhalb von 24 Sunden.

Kritische
Infrastruktur

Was Hierl mehr Sorgen macht, ist die sogenannte kritische Infrastruktur. Immer mehr Klinik-Mitarbeiter stecken sich an oder müssen in Quarantäne. „Dadurch kommt es in den Romed-Kliniken zu einer massiven Belastung des Betriebs, weiterhin müssen elektive Eingriffe abgesagt oder verschoben werden, und Betten können nicht betrieben werden“, sagt Hierl.

Die kurze Zeit der Entspannung ist nach den Worten von Dr. Wolfgang Hierl bereits beendet. Das Infektionsgeschehen könnte nächste Woche zudem weiter Fahrt aufnehmen – dann ist das Gros der Urlaubsrückkehrer eingetroffen. In den vergangenen Jahren sorgte die Rückreisewelle für stark steigende Zahlen.

Auch München rechnet mit Anstieg

Auch in München, wo am Samstag, 17. September, das Oktoberfest eröffnet wird, rechnen Experten mit einer deutlichen Erhöhung der Corona-Infektionszahlen durch das Volksfest. „Natürlich wird es dazu führen, dass eine Erhöhung der Fallzahlen auftreten wird“, sagt Johannes Bogner, Leiter der Sektion Klinische Infektiologie am LMU-Klinikum der Uni München. „Es ist sehr gut dokumentiert, dass nach lokalen Ereignissen eine messbare Zunahme an Erkrankungsfällen zu Buche schlägt.“ dpa

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