Rosenheim – In etwa zwei bis drei Metern Höhe hängen derzeit im Stadtgebiet von Kolbermoor, Bad Aibling und Rosenheim schwarze, laternenförmige Gebilde mit einer weißen Schale. Diese Fallen mit einem Sexuallockstoff für den Asiatischen Moschusbockkäfer setzt die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) jetzt zum ersten Mal in der Quarantänezone ein, da der spezielle Lockstoff erst seit Kurzem zur Verfügung steht.
Die Quarantänemaßnahmen der LfL gegen den Steinobst-Schädling waren in den vergangenen Jahren erfolgreich. Damit das so bleibt, sind die Pheromonfallen ein geeignetes Hilfs- und Kontrollmittel. Denn der Asiatische Moschusbockkäfer macht sich nach dem Schlupf auf Paarungssuche. Hat er Erfolg, findet direkt nach der Paarung die Eiablage auf Steinobstgehölzen und Obstbäumen wie Kirsche, Zwetschge, Pfirsich, Kriecherl oder Mirabellen statt. Mit den 20 Fallen kann der Käfer zwar im Quarantänegebiet nicht bekämpft oder ausgerottet werden, aber die Fangzahlen der Fallen spiegeln das Vorkommen und eine Häufung des Käfers wider. Im Stadtgebiet Kolbermoor hängen 18 Fallen, in Bad Aibling und Rosenheim jeweils nur eine Falle, da der Käfer hier bislang seltener vorkam. Die Fallen wurden vor vier Wochen installiert, bislang wurden noch keine Käfer gefangen.
Sexuallockstoffe im Inneren der Falle ziehen die Weibchen an. Kommt eines in Paarungslaune angeflogen, versucht es, zu landen, und gleitet wegen einer Antihaftsubstanz auf der Fläche ab ins Innere der Falle. Das Fanggefäß ist mit einer für Mensch und Umwelt unproblematischen Kochsalzlösung befüllt. Ist der Käfer in die Falle gegangen, werden die Mitarbeiter der LfL aktiv, scannen die relevanten Steinobstgehölze im Umfeld und suchen den Brut-Baum mit den für den Käfer charakteristischen Befallsmerkmalen wie Larvenfraß und Ausbohrloch.
Die Bekämpfung des Schädlings ist aufwendig, denn Pflanzenschutzmittel gegen ihn sind in Deutschland nicht zugelassen. Hinzu kommt, dass die Larve des Asiatischen Moschusbockkäfers die meiste Zeit ihres Lebens so tief im Holz verbringt, dass kein Insektizid tief genug eindringen würde. Demnach bleibt nur das Fällen befallener und befallsverdächtiger Bäume mit Häckseln und Verbrennen des Holzes.
Um die Funktionstüchtigkeit der Fallen zu gewährleisten, bitten die Mitarbeiter um Hinweise, wenn jemandem eine beschädigte Falle auffällt. Fragen beantwortet die Bürgerhotline unter Telefon 0174/7981593 oder per E-Mail an aromia@lfl.bayern.de.