Ein Engel für uns und andere

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

In dem mehrfach ausgezeichneten Spielfilm „Himmel über Berlin“ von Wim Wenders gibt es eine berührende Szene: Der Engel Damiel, gespielt von Bruno Ganz, schaut lange nachdenklich vom Turm der Berliner Gedächtniskirche herunter auf das geschäftige Treiben der Menschen unten in der Stadt. Der Film lebt aus dieser göttlichen Perspektive „von oben“. Engel sind aber immer mitten unter uns da. In ganz verschiedenen Formen kommen sie als Boten Gottes in unser Herz und damit in jene Lebensmitte, in der sich die Richtung unseres Lebens entscheidet.

Oft genug ist es ein Traum oder es sind andere Menschen, die unseren Lebensweg kreuzen und uns möglicherweise in nur einem einzigen Gespräch oder auch nur einem Satz eine Erkenntnis aufscheinen lassen, die wir lange gesucht haben und alleine nicht sehen konnten. In der Kunst werden Engel nicht umsonst mit Flügel dargestellt, denn sie sind uns zwar Türöffner und Tröster, aber eben unverfügbar. Sie kommen dann, wenn man es am wenigsten vermutet und übermitteln unaufdringlich die Botschaft, dass niemand auf sich allein gestellt ist, so einsam sich jemand auch fühlen mag. Morgen, am 29. September feiern wir das Fest der drei großen Erzengel Gabriel, Michael und Rafael. In unserem Leben gegenwärtig sind die Engel aber an jedem Tag des Kalenderjahres. Weil für Engel auf dieser Welt unendlich viel zu tun ist, geben sie uns auch jeden Tag den Auftrag, selbst ein Engel für andere zu sein. Es heißt ja, wir Menschen sind Engel mit nur einem Flügel. Um fliegen zu können, müssen wir einander umarmen.

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