Rosenheim – Die Aufregung nach dem Blackout-Flyer der Stadt Rosenheim ist groß. Die einen ziehen zu Hamsterkäufen los, andere haben schlaflose Nächte. Auch der Landkreis Rosenheim will nun reagieren und die Bürger auf einen Blackout vorbereiten. Das sind die Pläne.
Eine Reihe von
Verhaltenstipps
Mit einer ganzen Reihe Infos und Tipps zum Thema Blackout versorgte die Stadt Rosenheim, Absender Oberbürgermeister Andreas März, vor rund einer Woche ihre Bürger. Ratschlag: Ruhe bewahren, überlegt handeln – und sich „wie für einen 14-tägigen Campingurlaub in den eigenen vier Wänden“ rüsten. Dazu zählen mitunter: ein Notvorrat Trinkwasser, ein Wasserfiltersystem, haltbare Lebensmittel, Campingkocher oder Brennpaste sowie ein Kurbelradio.
Die Reaktionen: gemischt. In den sozialen Medien erntet Rosenheim Gespött. Der „Panik-Flyer“ macht zudem bundesweit in den Medien „Karriere“, landauf, landab wird darüber berichtet. Zwischen Ratlosigkeit und Besorgnis reagiert indes Rosenheims ältere Generation auf das Schreiben, das die Stadt in alle Briefkästen verteilen ließ. Dem ein oder anderen Senior bescherte es gar schlaflose Nächte.
Gleichzeitig scheint der Aufruf den Umsatz in den Baumärkten anzukurbeln: Gas- und Wasserkanister sind nun das neue Klopapier – und gefragt wie selten. Dem Vorstoß der Stadt Rosenheim, was tun bei einem Blackout, wollen nun auch die umliegenden Landkreise folgen. Sie arbeiten derzeit an Notfallplänen. Die Landkreise Traunstein, Mühldorf, Altötting und Berchtesgadener Land hatten für das Szenario eines länger dauernden Stromausfalls eine Studie in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse inzwischen vorliegen. Ziel ist eine landkreisübergreifende Notfallplanung, wie die südostbayerischen Kreise am Freitag, 30. September, bekannt gaben. Nicht untätig ist man auch im Landkreis Rosenheim: Dort erarbeitet derzeit der Katastrophenschutz im Landratsamt einen „Sondereinsatzplan“ für den Fall eines länger dauernden Stromausfalls, wobei alle Gemeinden im Landkreis Rosenheim mit ins Boot geholt werden, wie es auf OVB-Anfrage heißt.
Segeln nun bald auch Blackout-Flyer in die Briefkästen der Landkreis-Bürger? Diese Frage ist derzeit noch offen. Denn wie schlussendlich die Bürger im Landkreis in Sachen Blackout informiert werden, darüber wird im Landratsamt noch diskutiert. Das erklärt Sprecherin Tanja Pfeffer auf OVB-Anfrage: „Die derzeitige umfassende Diskussion zur Energiekrise wirft Verunsicherung und Fragen auf. Deswegen laufen auch im Landratsamt Rosenheim Gespräche, wie dieser Verunsicherung und diesen Fragen begegnet werden kann.“
Mögliche
Anlaufstellen
Teil der Diskussion ist der Sprecherin zufolge auch eine Bevölkerungsinformation, die das Landratsamt den Gemeinden des Landkreises zur Verfügung stellt, damit diese ihre Bürger bei Bedarf über mögliche Anlaufstellen und Informationswege informieren können. Pfeffer: „Ziel des Landratsamtes ist dabei eine rein sachliche Information der Bevölkerung zur allgemeinen Sensibilisierung für das Thema Blackout, möglichst ohne zu verunsichern.“