Riedering – Die Bürgerinitiative „Aktionsgruppe sauberer Simssee“ macht sich weiter Sorgen um den Zustand des Gewässers. Denn der Simsseeschutz ist weit vom Erreichen der von der EU geforderten Wasserqualität entfernt, die bis 2027 erreicht werden sollte. Auf der Homepage des Bayerischen Landesamts für Umwelt steht dazu, dass man das Erreichen der angestrebten Zielsetzungen und EU-Richtlinien für den Simssee „wegen der natürlichen Gegebenheiten und unverhältnismäßig hohem Aufwand“ für „unwahrscheinlich“ hält. Nach wie vor stamme der überwiegende Teil des Nährstoffeintrags von den Äckern und Wiesen. Das lässt die Algen wachsen, verringert die Sichttiefe und führt so zu immer weniger Sauerstoff. Bei einer maximalen Wassertiefe von 23 Metern ist der Simssee bereits ab acht Metern tot.
Verschärft wird die Problematik durch die sich rasant verschlechternden Klimaveränderungen. Die Erwärmung des Wassers verringert zusätzlich den Sauerstoffgehalt, sodass den Renken die Luft ausgeht und der in den Sedimenten gebundene Phosphor freigesetzt wird.
Mehr als zwei Jahre nach der seewissenschaftlichen Untersuchung des Simssees in den Jahren 2018 bis 2020 liegt jetzt der Bericht vor. Die Umweltstudie vermittelt einen besorgniserregenden Zustand des Simssees: Der Makrophyten-Index des Gesamtsees stieg stetig an, wodurch er im Jahr 2020 gerade nicht mehr im Bereich eines „mäßig-erheblichen“, sondern knapp innerhalb eines „erheblichen“ Nährstoffbelastungsgrades lag. Das Landesamt geht davon aus, „dass sich die Vegetationsverhältnisse weiter verschlechtern, falls keine gezielten Maßnahmen getroffen werden.“ Die Bürgerinitiative „Aktionsgruppe sauberer Simssee“ hat zum Abschluss ihrer Sitzung erneut einen unabhängigen Gutachter gefordert, der alle Maßnahmen kritisch bewertet und Vorschläge für die nächsten Jahre macht.